HoR Logo kl CD-Review:

Logo Rob Tognoni

2010db

Logo Home-of-Rock

Link Homepage & Kaufen:
Offizielle Rob Tognoni Homepage
Link Homepage:
Rob Tognoni @ MySpace.com
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Plattenfirma:
Music Avenue
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
2010db
2010db, Music Avenue, 2009
Rob Tognoni Vocals, Guitars, Bass
Kel Robertson Keyboards
Matthew Stuart Drums
Wayne Gibbons Backing Vocals (San Francisco)
Leigh Robertson Percussion, Didgeridoo
Leonnie Tognoni Triangle, Hand Claps
Produziert von: Rob Tognoni Länge: 53 Min 33 Sek Medium: CD
1. This Is Rock 'n Roll8. 2010db
2. Boogie Like You Never Did9. The Broken String
3. Can't See The Smoke10. Light Of Day
4. Another Tequila11. Stupid Mistake
5. Pourin' Down On Me12. San Francisco
6. TV Preacher13. The Honeymoon Is Over (live)
7. Spaceman

Tognoni hat ihn wieder! Den Boogie, der ihn so unverwechselbar gemacht hat und der ihn in den letzten Jahren zugunsten des leicht dicklichen Herrn Blues ein wenig im Stich gelassen hat. "Capital Wah" war langweilig, wenn man als Vergleich beispielsweise "Monkeygrinder" heranzieht, "The Ironyard" hatte seine Momente, blies einen aber nicht um wie "Retro Shakin'", schon gar nicht mit den erschreckend blutleeren Versionen von Silver Machine und Hey Joe, und kam in seiner netten Rhythm & Blues Behäbigkeit zwischendurch erschreckend nah an die späten DR. FEELGOOD heran. Zuletzt die (deutsche) Live-Band… na ja, gute Jungs, aber das Feuer hat schon mal höher gebrannt. Irgendwie hatte man den dumpfen Gedanken, dass die jahrelange Tingelei durch die kleinen Clubs ihren Tribut gefordert hat, nicht zuletzt auf Kosten der Kreativität.
Jetzt heißt das im Umkehrschluss natürlich nicht, dass Boogie per se kreativ wäre, bewahre, es gibt genügend gehirntote Boogienummern, aber Rob Tognonis Boogies waren immer ein Quell der Frische, Lebensfreude und großartiger Musikalität - "2010db" ist zu 80% wieder an diesem Punkt angekommen. Hurra!

Bevor der Jubel zu laut wird, noch ein Wort zum Sound auf "2010db". Rob Tognoni bietet alle seine Platten zum kostengünstigen Download an, das ist wohl innovativ für einen "altmodischen" Rocker und den Downloadern genügt eine durchschnittliche Klangqualität für ihre lausigen PC-Boxen und iPods sicherlich auch, wer seine Musik aber auf einer herkömmlichen Stereoanlage mit vernünftigen Lautsprechern hört, wird etwas mehr verlangen. Mehr Bass, mehr Mitten, mehr Volumen. Keiner verlangt ein 3D-Raumklangerlebnis wie bei PINK FLOYD, aber richtig Druck und nicht nur schneidende Höhen, die zwischendurch einer Wurzelbehandlung gleichen, wären schick. Tognoni hat "2010db" wie immer höchstselbst produziert, also auch in purer Heimarbeit eingespielt (jedenfalls was Gitarre, Gesang und Bass betrifft) und die Add-ons dazugebastelt. Klar, Geld spielt dabei eine wesentliche Rolle, aber ein richtiges Aufnahmestudio kann schlicht mehr als ein Computer. Der schafft zwar locker 2010 Dezibel (addiert), aber in diesem Fall wäre der "High Voltage"-Sound von 1975 der wegweisende Klang auch fürs Jahr 2010. Es wäre ein analoger Schritt für Rob, aber ein großer für den Rock & Roll.

Genug genölt, ab in die Grundstellung. This Is Rock'n'Roll geht los wie derzeit nur Bands wie beispielsweise AIRBOURNE, aller Gleich- und Wechselstrom kommt eben aus Australien. "Rock and Roll is in my blood", skandiert der knapp Fünfzigjährige. Junger Mann, wir wissen es seit Jahren! Boogie Like You Never Did legt nach, doch, haha, es ist eine funky Nummer mit großem Groove, fiebrigen Vocals und einer Wah-Gitarre zum abspacen. Can't See The Smoke ist deutlich traditioneller, dafür aber auch Brachialboogie, sozusagen der "Urbi et Orbi" für den schwer schwitzenden Rock'n'Roll-Dancer. Kniet nieder!
Nach so einem Power-Dreierpack darf eine Verschnaufpause sein, Another Tequila bietet sie. Kraftlos muss so eine Ballade beileibe nicht sein, das Ding changiert zwischen TITO & TARANTULA, Willy DeVille und dem von allen Machismen freien Rock eines Joe Grushecky.
Die Geschichte vom Fernsehprediger (TV Preacher) ist nicht neu, der Blues Pourin' Down On Me öde, der Titelsong tröpfelt bis auf einen kleinen Rap dahin, Spaceman kann mit ein paar Gimmicks und purer Gitarrenkunst punkten, die Version von San Francisco ist unnötig, aber die verbleibenden Rocker hauen aufs Auge. The Broken String ist mit seinem Sprechgesang und den hingeschleuderten Riffs so lässig wie vor 30 Jahren manche Punks, aber eben mit der Klasse eines großen Rockers, und Light Of Day ist Rock as Rock can.
Tognoni ist seit Ewigkeiten mit Leonnie verheiratet. Die spielt auch irgendwo die Lead-Triangel, kann ihren Kerl aber nicht vor dem herrlichen Boogie Stupid Mistake bewahren. So macht man einen Fehler nach dem anderen…

Eine Platte mit dieser Songqualität kann nur als Tipp durchgehen. Rob Tognoni ist so viel besser als gut. Jetzt noch die Kohle für ein richtiges Studio und einen Produzenten, so wie es Michael Vdelli gerade vorgemacht hat, dann können alle anderen einpacken. Alle!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.04.2009

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:


 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum