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Steven Wilson

Grace For Drowning

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Grace For Drowning
Grace For Drowning, kscope, 2011
Tony Levin, Nick Beggs, Trey Gunn Stick, Bass
Markus Reuter, Trey Gunn, Steve Hackett, Mike Outram, Sand Snowman Guitars
Nic France, Pat Mastelotto Drums
Steven Wilson Bass, Vocals, Guitar, Keyboards, Percussion,Piano, Autoharp, Harmonium
Jordan Rudess Piano
Theo Travis Sax, Flute, Clarinet, Reed Organ
Ben Castle Clarinet
London Symphony Orchestra Strings
Produziert von: Steven Wilson Länge: 83 Min 02 Sek Medium: Do-CD
CD 1
1. Grace For Drowning5. Postcard
2. Sectarian6. Raider Prelude
3. Deform to Form a Star7. Remainder The Black Dog
4. No Part Of Me
CD 2
1. Belle de Jour4. Raider II
2. Index5. Like Dust I Have Cleared From My Eye
3. Track One

Mr Wilson, Mastermind bei PORCUPINE TREE, Produzent von zahlreichen CDs anderer Künstler in der letzten Zeit, Eigenbrötler und Soloartist hat vor einiger Zeit eine wohlgelobte CD veröffentlicht, und diese Review ist nicht gerade zeitig am Start. Trotzdem und weil die CD (Do-CD) bemerkenswert ist seien einige Bemerkungen angebracht.

Leicht zu beschreibe oder leicht zu hören ist das nicht, und anyplace usw. sicher auch nicht. Lyrische Keyboard Solos führen zu wuchtigen Riffgebirgen, die wieder in sanfte Gitarrentäler plumpsen.... wo Drums und Akkustikbass ein verhalltenes Glockenspiel / Orgelfluss begrenzen, der durch Synth-Auen fließt der dann abrupt an Gitarrenwehren zerplatzt. Vögel zwitschern - ein Van Gogh der Musik ist zu Gange.
Das erinnert an alle Möglichen und somit an niemanden, hat große epische Kraft, ist pompös, theatralisch und dann doch wieder zart - und dabei eingängig, aber selten nur einfach rockig oder aggressiv (wobei Tracks wie No Part Of Me nach einiger Eingewöhnung schon ein klares Riffszenario beschreiben, auf dem eine Klarinette ein Austoben hat, bis der Track sich in einer angstumflorten Stimmung auflöst).

Man kann es weghörend anhören und dabei wunderbare Hintergrundmusik genießen, oder sich drauf einlassen. Die Van Goghschen Sonnenblumen sind ja auch erst mal einfach schön gelb, und man kann das Gemälde auch als Farbklecks genießen.

Es erübrigt sich zu sagen, dass die Tracks von einem musikalischen roten Faden durchzogen sind - aber ja, sind sie.

Denkt man an unendlichen Weiten PINK FLOYDS "Meddle" liegt man in etwa richtig mit seinem Erwartungshorizont. Man muss allerdings aufpassen, dass einen die Gutsound Wogen nicht überwältigen und mit einem Insulinschock zurücklassen, verendet in den Weiten des Wilsonschen Kosmos, der auch schon mal trostlos kosmisch-unendlich und dräuend daherkommt (so geschehen in Raider Prelude, Spaceship Motorgeräusch am Ende inklusive. Es gibt Verfremdungen, aber letztlich - um wieder auf die Erde zu kommen - gibt es richtige, sonnenblumige Songs, die sich aber eben auch immer ein fast beängstigendes Sounds-cape umwerfen, und uns am Ende doch wieder ins All schießen (Remainder The Black Dog). Man wird nicht in Ruhe gelassen! Jazztrompeten taumeln durchs All - und man ist ratlos.

Die 23 Minuten bei Raider II übertreiben es dann auch etwas, und der nicht an jazzige Interludien gewöhnte Hörer unterdrückt wohl ein Gähnen besonders zum Ende hin, wo Wilson sich wieder mal im All verliert. Das taumelnde Sax zwischendrin sorgt dafür, dass keine Hard Rock Stimmung aufkommt - an der Einsamkeit des Höreres ändert es nichts.

Dennoch werden alles in allem grandiose Gemälde gemalt, gegen die Hörgewohnheiten verstoßen, Musikstile vermischt - eine Platte, die die ausgelatschten Pfade verlässt und den Hörer in andere Welten entführt.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 2011

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