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| A Tribute To The Hits Of Enya, Metal Mind Productions, 2009 (Compendia, 2006) |
| Produziert von: Mick Lloyd, James Hudson & Trammell Starks |
Länge: 51 Min 31 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Amarantine | 7. Paint The Sky With Stars |
| 2. Orinoco Flow | 8. Watermark |
| 3. May It Be | 9. Only If |
| 4. Wild Child | 10. Hope Has A Place |
| 5. Only Time | 11. The Celts |
| 6. Caribbean Blue | 12. Anywhere Is |
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Schon der Titel ist verdächtig - es heißt nicht etwa "A Tribute To Enya", sondern "A Tribute To The Hits Of..." (!). Gerade so, als wolle man nicht der Künstlerin huldigen, sondern nur ihren Songs. Okay, ist ja teilweise auch angebracht, den bei ihren Hits war die irische Künstlerin ja nur zu einem Drittel beteiligt. Ohne das Kreativduo Roma Ryan (Lyrics) und Nick Ryan (Arrangements) bliebe vom Erfolgsrezept Enya nur die Interpretin selber mit ein paar mehr oder weniger attraktiven Melodien - auch wenn sie auf ihren CDs fast alle Instrumente selbst spielt.
Nun denn, das TALIESIN ORCHESTRA (benannt nach dem großen Barden aus der Artus-Sage) huldigt also dem großen Pop-Export Irlands, der seit vielen Jahren erfolgreich Hitparadenplätze und den exorbitanten Einsatz von Hallgeräten für sich reserviert hat. Das haben sie bereits schon seit einigen Jahren mit Songs von Pop-Größen wie George Winston oder den Carpenters, aber auch schon mit Enya-Titeln gemacht. Damit dürfte es für die Arrangeure und Musiker kein musikalisches Neuland mehr sein. Alles in allem bemüht man sich bei der in ansprechend mystisch-verträumtem Digi-Pack gekleideten CD um eine ohrenschmeichelnde Orchesterfassung eines Querschnitts aus den letzten 21 Jahren musikalischen Outputs der Dame. Das Original erschien schon 2006 bei Compendia und erreicht uns nun aus Polen als Lizenzprodukt anno 2009.
Vorweg gesagt, die Auswahl ist gut getroffen, wenn auch leider mein persönlicher Enya-Favorit On My Way Home vom 1995er Album "The Memory Of The Trees" fehlt. Dank eines kurzen biographischen Abrisses im Booklet weiß der Hörer der CD auch schnell die Songs zeitlich und thematisch einzuordnen - schön.
Weniger schön ist, dass man uns die Namen der Solisten vorenthält, zu gerne hätte ich doch gewusst, wer diese tolle Geige spielt und welche Damen die Gunst des Produzenten gewonnen haben und als Enya-Gesangsdouble herhalten mussten. Denn anders als ich es bei solch einem Silberling erwartet hätte sind bei den Songs diverse Gesangspassagen zu hören, die stellenweise wie geklonte Stimmbänder der Irin klingen (sollen) - als ob eine reine Instrumental-Version nicht genügt hätte.
Bei den Arrangements hat man gut in die Vollen gelangt. Was bei Enya wirklich nur nach Synthetik klingt, ist auf der TALIESIN-CD echt: Streicher, Bläser, Pauken und Trompeten (ne, letztere nicht...). Aber die klassischen Iren konnten es sich nicht verkneifen, auch diverse Loops und Percussionteppiche aus der Konserve einzustreuen, um den Songs wohl einen vermeintlich modernen Touch zu geben (hm - Geschmackssache).
Das Orchester selber zeichnet sich nicht durch besondere Eigenständigkeit aus - es könnte ebenso das Filmorchester Babelsberg oder die Bamberger Symphoniker sein. Es erfüllt seinen Zweck, mehr nicht. Nur der Chorgesang ist bewusst nicht klassisch ausgewählt, was der Sache auch entspricht. Denn die Regensburger Domspatzen oder die Gächinger Kantorei sind für diese Art Musik schlichtweg ungeeignet.
So nehmen die insgesamt über 50 Minuten Musik ihren Lauf und stellenweise lässt mich das Gefühl nicht los, dass hier die Arrangeure zu sehr den Klang einschlägiger Disney-Filme im Kopf hatten. Die CD klingt für meine Ohren irgendwie eine Spur zu süßlich. Da ist nichts mehr von der Rauheit irischer Wurzeln zu spüren. Keine keltischen Klänge, nur noch amerikanischer Mainstream. Kommt mir gerade so vor, als wäre Obelix aus Versehen nicht in den Kessel mit Zaubertrank, sondern in eine große Schüssel Baileys gefallen und käme ziemlich verklebt mit einem penetranten Likör-Düftchen am ganzen Körper wieder herausgeklettert - natürlich auch ohne die übernatürlichen Kräfte, die ihm der Zaubertrank verliehen hätte.
So eignet sich die CD ganz gut, um nach einem Heavy-Metal-Marathon wieder auf andere Gedanken zu kommen, zum Entspannen nach Feierabend, als Untermalung für die Diashow der letzten Urlaubsreise - und begrenzt sogar zum intensiven Anhören (vorausgesetzt man hat ein Bedürfnis nach einer Überdosis Harmonie).
Tja, wer also gerne Irish-Celtic-Pop mit Orchester mag, wäre m. E. besser mit der neuesten CD von Enyas großer Schwester, Moya Brennan, bedient. Es ist vielleicht ungerecht die beiden zu vergleichen und hat was von Äpfel-mit-Birnen, aber anders als bei dieser Tribute-CD hat "Heart Strings", das neue Live-Album von Moya Brennan mit Band und dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, den nötigen irischen Seetang eingeatmet, um dem Gütesiegel Celtic gerecht zu werden. Alles andere ist nur ein bescheidener Aufguss, der uns jetzt relinzensiert aus den Tiefen der osteuropäischen Wälder erreicht.
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