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| Among Grey Masks, Eigenvertrieb, 2008 |
| Jan Loaf |
Vocals |
| Ralph Swan Krieger |
Keyboards |
| Bodo Hildebrand |
Bass |
| Piero Pellegrino |
Guitars |
| Konrad Wolff |
Drums |
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Länge: 61 Min 36 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Incoming | 6. Liquid Day |
| 2. Wild Camber | 7. Fall To Spirits |
| 3. Face Of Tomorrow | 8. From Father To Son |
| 4. Planescape | 9. Beyond The Bones |
| 5. Eyes Will Fall | 10. War Heal Wounds |
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Keine Spur verwandt mit den Retro-Proggern THE TANGENT sind TANGENT PLANE aus Berlin. Eine Scheibe aus dem Bereich des "Progressive Metals", ohne mit der Beschreibung der musikalischen Einflüsse des New Yorker Prog-Metal-Star-Essembles DREAM THEATER zu beginnen. Genau das bedeutet Eigenständigkeit und kein Abkupfern, sondern eigene Ideen umzusetzen, Kompositionen im eigenen Stil zu präsentieren und somit den Mut und den Willen zu haben, die Szene zu überzeugen. Gewagtes Unternehmen? Glaube ich nach mehrmaligem Durchhören von "Among Grey Masks" nicht.
TANGENT PLANE gründeten sich bereits 1996 und spielten recht zügig eine 4-Track-EP ein. Obwohl es schon damals positive Resonanzen gab, kam es wegen unterschiedlicher Ansichten innerhalb der Band im Jahr 1999 zum Split. Mitbegründer und Keyboarder Ralph Krieger, der übrigens für die textlichen Inhalte verantwortlich zeichnet, wagte einen zweiten Anlauf und 2003 war dann ein beständiges und passendes Line-up gefunden worden. Neue Stücke wurden geschrieben und 2007 konnte man "Among Grey Masks" im Studio aufnehmen.
Mehr als vielleicht bei der Konkurrenz legen TANGENT PLANE äußersten Wert auf ihre Texte. Das Interessante dabei ist, dass sie nicht einfach über irgendwelche Begebenheiten singen. "Wer verstanden werden will, muss zuhören". So sind die Lyrics oftmals aus der Sicht des Protagonisten zu betrachten. Als Beispiel sei Beyond The Bones genannt, welches die Story aus der Perspektive eines Serienmörders erzählt. Fröhlich ist hier nichts, denn die gewählten Themen befassen sich mit Kinderschändern, der Zerstörung der Umwelt, Alkoholproblemen etc. Die Frage, die dabei aufgeworfen wird, ist die, ob es der Band gelingt, die epischen Texte glanzvoll und gekonnt mit ihren Instrumenten musikalisch zu untermauern. Mit Sänger Jan Loaf haben sie da einen Volltreffer gelandet. Man spürt förmlich, mit wie viel Emotionen er seine Stimme in die Songs einbettet. Gefühlvoll, ein anderes Mal songdienlich und weniger auffällig, dann aber auch aggressiv, ganz so, wie es die erzeugte Stimmung fordert.
Die Keyboards werden neben den bratenden Gitarren teilweise symphonisch eingesetzt. Gefrickelt wird weder auf den Tasten noch auf den Saiten. Und das ist auch gut so. Bereits das Intro Incoming vermittelt Düsternis, kommt mit Power beim Hörer an und unterstreicht sämtliche Absichten der Band.
In Wild Camber offenbart sich eine weitere Stärke von TANGENT PLANE. Sie spielen auf Grund zahlreicher Taktwechsel ohne Frage progressiv, bauen gegensätzliche Läufe in ihre Kompositionen ein, aber es gelingt ihnen so gut wie an jeder Stelle druckvoll und systematisch zu klingen. Nichts ufert in einen Klangbrei aus. Die gespielten Riffs sprechen auch reinrassige Metaller an, dadurch erweitert sich der Adressatenkreis enorm. Stopp, jetzt sind wir doch wieder bei DREAM THEATER, deren Publikum sich ebenfalls zu einem großen Teil aus der "harten" Metal-Szene rekrutiert.
Wie nicht anders zu erwarten, ist das über 13-minütige Eyes Will Fall mein Favorit. Das Leid des Vaters eines sexuell misshandelten Kindes. Hier wird nicht einfach ein Klischee bedient, sondern die Musik breitet sich aus, zieht den Hörer mit, baut eine enorme Spannung auf. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich selbst thrashige Momente finden lassen.
Insgesamt handelt es sich bei "Among Grey Masks" um ein beachtliches Debüt. Diese Band verfügt über Erfahrung und bietet uns Songs, die über einen längeren Zeitraum entstanden sind. Bei so vielen lobenden Worten müsste die Tipp-Grafik [auf der Neuigkeitenseite; Red.] selbstverständlich sein. Die behalte ich mir vor, denn TANGENT PLANE werden noch in diesem Jahr ins Studio gehen, um einen Nachfolger aufzunehmen.
Die Suche nach einem geeigneten Label wird ebenfalls erfolgreich sein, da bin ich mir ziemlich sicher. Auf diese deutsche Band setze ich eine gehörige Portion Hoffnung.
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