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| Alive In Europe!, Frontiers Records, 2010 |
| Jeff Keith |
Vocals |
| Frank Hannon |
Guitars |
| Brian Wheat |
Bass |
| Troy Luccketta |
Drums |
| Dave Rude |
Guitar |
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Länge: 79 Min 45 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Forever More | 9. The Way It Is |
| 2. I Wanna Live | 10. Breakin' Free |
| 3. Modern Day Cowboy | 11. Hang Tough |
| 4. Heaven's Trail | 12. So What! |
| 5. What A Shame | 13. Signs |
| 6. Shine Away | 14. Lil' Suzie |
| 7. Love Song | 15. Into The Now |
| 8. What You Give | |
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Über die CDs und DVDs von TESLA gab es in den letzten Jahren kaum Negatives zu lesen, auch wenn beispielsweise "Forever More" nicht jedermanns Geschmack sein kann. Auch die Konzerte wurden gelobt, nur beim HoR-Berichterstatter kann man zwischen den Zeilen leichte Ermüdungserscheinungen ahnen.
Jetzt weiß ich nicht, ob TESLA bei der Tour 2009 den inzwischen fast obligaten "Concert to go"-Service angeboten haben, aber "Alive In Europe!" klingt im Grunde wie ein Direktmitschnitt, den man 30 Minuten nach Konzertende für 20 Euro auf einem USB-Stick kaufen kann. Was für den euphorisierten Konzertbesucher ein unschätzbares Souvenir ist, kann beim emotionslosen Heimhörer zu drastischen Verwunderungen führen.
Die Wahrheit ist natürlich, dass "Alive In Europe!" selbstverständlich nicht unbearbeitet veröffentlicht wurde, so möchte man zum Beispiel bei What You Give beinahe wetten, dass wenigstens an der traumhaften Gitarre ein klein wenig nachgeholfen wurde - einfach mal konzentriert unter dem Kopfhörer lauschen! Das ist nicht schlimm, im Gegenteil, live im Club hört man die kleinen Fehler nicht, bei TESLA aufgrund völlig überhöhter Lautstärke sowieso nicht, da ist es legitim, wenn für die Konserve partielle Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. Nur bei Troy Lucckettas Schlagzeugsound hat alles nichts geholfen, das klingt wie alte Waschmitteltrommeln beim Sturz über die Kellertreppe. Dafür ist Jeff Keith im Mix ganz weit vorne und schrammt knapp an einer gewissen Nervigkeit vorbei. Der Mann hat nun mal ein außergewöhnliches Organ, aber auf "Alive In Europe!" klingt er noch ein bisschen kratziger als gewöhnlich. Aber sei's drum, die CD ist deswegen nicht schlecht.
Neugierig sollte vor allem die Setlist machen, denn neben vier Songs von "Forever More" gibt es den Titelsong und What A Shame von "Into The Now" sowie Shine Away vom 94er "Bust A Nut" und einige nicht gar so oft gehörte Nummern von den Band-Klassikern "Mechanical Resonance", "The Great Radio Controversy" und "Psychotic Supper". Die sieben Überschneidungen mit "Comin' Atcha Live!" sind mehr oder weniger zwangsläufig, denn ganz ohne die Hits kommt kein Konzert einer solchen Band aus.
Man darf gerne hinterfragen, warum manche Songs vor über 20 Jahren ein relativ unbeachtetes Dasein führten und teilweise nicht mal auf einer der mittlerweile etlichen Live-Veröffentlichungen landen durften, vielleicht hat es sogar etwas mit Qualität zu tun, andererseits kann man sich schlicht freuen, von einer angejahrten Band ein anderes als das sonst übliche Greatest-Hits-Set geliefert zu bekommen.
Sollte nun jemand behaupten, dass "Alive In Europe!" insgesamt ein wenig zu verhalten sei, liegt er nicht ganz falsch. Da ist schon viel im mittleren Tempo, für den Geschmack der harten Rock'n'Roller womöglich zu viel, aber beispielsweise die letzten zwei Minuten von The Way It Is entschädigen mit einer so grandiosen Gitarrenschlacht, dass alles wieder gut ist.
Zum Ende hin wird es erwartungsgemäß volkstümlicher, Hang Tough sägt wie gewünscht, So What war im Studio zwar stärker, hat aber einen eigenen Flair, Signs war auf dem von niemandem mehr erreichten Unplugged-Pionier "Five Man Acoustical Jam" schon ein Wahnsinnssong, mit Strom ist er nicht schlechter, und die Little Suzie, heutzutage als Lil Suzie geschrieben, macht die Kerle auch noch im hohen Alter von 24 Jahren wuschig.
"Alive In Europe!" ist ein gutes, interessantes und sympathisches Live-Album. Es ist nicht überragend oder epochal, dafür fehlt fraglos einiges. Aber die CD macht klar, warum TESLA immer noch eine spannende Band ist.
Es ist übrigens keine einzige Nummer von den "Real To Reel"-Alben vertreten. Ist das nun schade oder konsequent?
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