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| Revival, Spinefarm/Universal, 2011 |
| Cormac Neeson |
Vocals, Harmonica |
| Paul Mahon |
Guitar |
| Micky Waters |
Bass |
| James Heatley |
Drums |
| Gast: |
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| Lynne Jackaman |
Vocals (Nowhere Freeway) |
| Produziert von: Chris 'Frenchie' Smith |
Länge: 49 Min 53 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Waste Your Tears | 7. Caught On The Riverbed |
| 2. Use Me | 8. Destroy Me |
| 3. Trouble | 9. New Day Rising |
| 4. Nowhere Freeway | 10. Can't Remember, Can't Forget |
| 5. Tornado | 11. One More Revival |
| 6. Vida (I Want You) | 12. Lights Are Down |
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Oh, das gibt Haue von Fans und Kollegen. Aber es hilft alles nichts, man muss es sagen, den grandiosen Nordiren THE ANSWER ist das dritte Album ihrer nunmehr schon elfjährigen Bandgeschichte misslungen. Punkt. Nein, eher Doppelpunkt, denn ein misslungenes Album von THE ANSWER ist natürlich immer noch besser als circa 97,75% aller anderen Ergüsse der zur unpopulären Billigmarke verkommenen Rock'n'Roll-Resterampe. Aber dennoch, "Revival" hat trotz aller vollmundigen Ankündigungen ("… der ganz große Wurf…") aus verschiedenen Gründen keine Chance gegen die überragenden Vorgänger "Rise" und "Everyday Demons". Ein Erklärungsversuch:
Die Welttournee mit AC/DC war für THE ANSWER natürlich ein Gottesgeschenk, riesige Hallen und Stadien, selbstverständlich alle ausverkauft, und vermutlich ist für die freundlichen Kerle um den Obercharismatiker Cormak Neeson auch noch ein wenig Kohle abgefallen. Vielleicht zuviel? Prompt wurde für "Revival" der amerikanische Produzent Chris 'Frenchie' Smith verpflichtet. Und weil der schon mal für einen Grammy nominiert war, weiß er auch ganz genau, wie eine Rockband im Jahr 2011 zu klingen hat: Soul raus, höchste Lautstärkestufe rein.
Es ist dies sicherlich ein höchst subjektives Empfinden, aber der mainstreamige Sound auf "Revival" macht THE ANSWER gleich mit zig Bands, die ebenfalls ihre Wurzeln in den 70ern entdeckt zu haben meinen und trotzdem den Sound des neuen Jahrtausends auf ihrem Plättchen haben wollen. Das mag in Einzelfällen funktionieren, ganz aktuelles Beispiel ist DIRTY YORK, aber in aller Regel bedarf es eines Genies wie dem zauseligen Rick Rubin, damit gestrige Musik überzeugend heutig klingt. Als Beispiel soll das vielschichtige Tornado dienen. Es reicht nicht, einem grundsätzlich abwechslungsreichen Song nur 1 ½ Facetten zu gönnen, nämlich laut und brüllend laut, da muss mehr passieren als bis an die Schmerzgrenze gepitchtes Geschrei zu seltsam psychedelisch-schnulzigen Arrangements und einem bis zur Unkenntlichkeit vermengten Klangbrei in den heftigen Passagen. Keine Transparenz von Schlagzeug, Gitarre und Bass, eine nur zu erahnende Orgel, dafür jede Menge "Geräusch". Doch das ist nur eine Hälfte des Problems, die andere heißt "Songwriting".
Paul Mahon, Neeson und der Rhythmusabteilung ist es nicht gelungen, wirklich 'catchy' Songs zu schreiben. Wenn man ganz hart ist, bleibt bis zum siebten Song des Albums nur wenig im Ohr hängen. Erst Caught On The Riverbed galoppiert ein wenig Aufsehen erregend dahin und besticht mit einem Bass- sowie einem Gitarrensolo.
Bitte? Keine bemerkenswerten Gitarrensoli auf der ersten Seite der LP? Genau so ist es. Als ob im Mix eben jene Tonspur versehentlich vergessen wurde, muss sich der größte Teil von "Revival" mit einem nur für Riffs und die "Wall of Sound" zuständigen Paul Mahon begnügen. Die Slide-Anteile in beispielsweise Trouble scheinen nur Alibifunktion zu haben. Genau wie der Gastbeitrag der grandiosen Lynne Jackaman von SAINT JUDE bei Nowhere Freeway. Wenn man sich schon so eine Granate ins Studio holt, lässt man sie doch bitte auch das singen was ihr zu Gesicht steht, also deftigen Soul'n'Blues, aber doch kein nettes Duett mit Quietschefaktor. Leute, das ist einfach zu wenig für die Band mit dem großen Namen THE ANSWER.
New Day Rising lässt an neunter Stelle wieder Hoffnung aufkommen, da brilliert die Gitarre und es gibt sogar den Ansatz von Groove, doch die Melodie klingt leider nur nach WHITESNAKE der Neuzeit. Zu allem Überfluss gibt sich Cormac Neeson beim anschließenden Can't Remember, Can't Forget auch noch als reiner Mainstream-Shouter her.
One More Revival versöhnt und ist letztendlich das Highlight der CD, Steve Marriott hat ähnliches auch schon gemacht, aber insgesamt ist man nach 50 Minuten doch eher ratlos denn glücklich.
Mit "Revival" gibt die Band keine Antwort. Jedenfalls nicht auf die allfällige Frage, ob THE ANSWER eine Option auf die Zukunft ist. Das Album steht in keinem Verhältnis zum Live-Können der Band und auch im Vergleich mit den beiden ersten CDs sieht "Revival" blass aus. Das ist allerdings genau der Knackpunkt. Sollte "Revival" wie geplant einschlagen, steht der Kritiker mit seiner Meinung alleine da. Funktioniert der Businessplan nicht, muss die Band ernsthaft nachdenken.
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