|
|
| Between The Devil & The Deep Blue Sea, Roadrunner Records, 2011 |
| Chris Robertson |
Vocals, Guitar |
| Ben Wells |
Guitar, Vocals |
| Jon Lawhon |
Bass, Vocals |
| John Fred Young |
Drums, Vocals |
| Gäste: |
|
| Howard Benson |
Keyboards, Programming |
| Izzy Hale |
Background Vocals |
| Produziert von: Howard Benson |
Länge: 51 Min 21 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. White Trash Millionaire | 9. Let Me See You Shake |
| 2. Killing Floor | 10. Stay |
| 3. In My Blood | 11. Change |
| 4. Such A Shame | 12. All I'm Dreamin' Of |
| 5. Won't Let Go | Bonus Tracks (Deluxe Edition): |
| 6. Blame It On The Boom Boom | 13. Staring At The Mirror |
| 7. Like I Roll | 14. Fade Away |
| 8. Can't You See | 15. Die For You |
 |
Kritik an BLACK STONE CHERRY war spätestens ab dem Album "Folklore And Superstition" von 2008 nicht mehr möglich, denn (Ab)Schreiber und Fans hatten sich darauf geeinigt, dass BSC eine absolute Weltsensation im Bereich 'Southern Hard Rock' ist. Was soll man dagegen anpolemisieren, auch wenn man es tausendmal besser weiß. Aber jetzt ist das dritte Werk der jungen Kerle aus Kentucky da, und aus diesem Grunde sollte man endlich ernsthaft die Nachhaltigkeit der Musik dieses Wundervierers prüfen.
Räumen wir also mit dem ersten BSC-Klischee auf. BLACK STONE CHERRY hatten und haben mit Southern Rock im Sinne von SKYNYRD und den ALLMAN BROTHERS nichts bis wenig zu tun. Die Burschen produzieren gefälligen und vor allem harten Post-Grunge-Rock mit manchmal in südstaatliche Gefilde tendierende Anklängen. Was logisch ist, denn die Jungs kommen nun mal aus einer von traditioneller Country- und Rockmusik geprägten Region; Kentucky zählt zu den Südstaaten. Solche Kerle klingen eben so, genau wie der Bayer, Sachse oder Friese seine Herkunft nie verleugnen kann. Dazu kommt, dass der Daddy des Schlagzeugers seit Urzeiten bei den KENTUCKY HEADHUNTERS tätig ist. Zu diesen Einflüssen der netten Provinzjungs kommt noch eine Portion Seventies-Classic-Rock, wobei man so gut wie alle großen Namen von A(erosmith) über L(ed Zeppelin) bis Z(Z Top) nennen kann und jeweils gar nicht mal so falsch liegt.
Zugegebenermaßen waren auf "Folklore And Superstition" etliche wirklich gute Songs, allerdings auch ein paar zu viele Langweiler à la NICKELBACK & Co. um BSC ad hoc als neue Superstars zu installieren. Gar nicht gingen die pathetischen Versuche, bei denen beinahe Van Zant'sche Peinlichkeitsgrade erreicht wurden (Things My Father Said).
Dann gucken wir also, ob und wie BLACK STONE CHERRY sich drei Jahre nach "Folklore And Superstition" weiterentwickelt hat.
Es wird sicher als Sakrileg empfunden, wenn man direkt sagt, dass von Weiterentwicklung auf "Between The Devil & The Deep Blue Sea" eigentlich gar nicht gesprochen werden kann, im Gegenteil, nach den gut 50 Minuten ist man eher leicht enttäuscht und überlegt, ob man selbst zu alt geworden ist, oder die Band mitsamt dem Starproduzenten Howard Benson am falschen Rad gedreht hat.
NICKELBACK ist nicht mehr so präsent, dafür wird man öfter an, oh weh, Kid Rock erinnert - und das leider in guten wie in schlechten Zeiten. BSC und die diversen Co-Songwriter schielen so offensichtlich auf mögliches Radio-Airplay, dass man sich teilweise sogar die völlig ungehobelten Zeiten des Debutalbums zurückwünscht. Freilich sind Nummern wie Like I Roll und noch mehr Toy Caldwells Jahrhundertsong Can't You See unheimlich eingängig und gut gemacht, aber die Schwelle zur Gefällig- und Beliebigkeit wird auf "Between The Devil…" zu oft überschritten. Und wenn's heavy wird, suhlen sich Chris Robertson und Ben Wells an den exponierten Arbeitsplätzen Gesang und Gitarre in einer künstlichen und manchmal richtiggehend reaktionären Rockstar-Wolke.
So leid es mir tut, "Between The Devil & The Deep Blue Sea" wird nicht in die Gilde der großen Rock-Alben eingehen und BLACK STONE CHERRY ist immer noch keine echte Hoffnung für die Zukunft.
Wer auf massenkompatiblen Hart-Rock aus dem Süden Amerikas steht und keine Scheu vor dem einen oder anderen Rabautz hat, der ist hier richtig. Wer aber Heart-Rock bevorzugt, wird unbefriedigend bedient.
|