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Elysium Theory

Modern Alchemy

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Modern Alchemy
Modern Alchemy, Eigenvertrieb, 2010
Dan Peterson Vocals
Tim Reid Guitars
Benny Reyes Keyboards
Jeff Fister Bass
Ted Feeney Percussions
Produziert von: Elysium Theory Länge: 66 Min 46 Sek Medium: CD
1. Lorimer's Pulse7. Chaos
2. Modern Alchemy8. Russian Winter
3. Spiritcom9. River In The Sky
4. All Seeing Eye10. Blacklight Reflection
5. Beyond Yourself11. Intrigued By Faith
6. The Source

Mit dieser Scheibe gehe ich nun schon seit Wochen schwanger. Ich weiß nicht so recht, was ich darüber schreiben soll. Sagen wir mal so, wenn die Produktion nicht so zurückgefahren wäre, hätte ich wahrscheinlich weniger Probleme gehabt.
ELYSIUM THEORY spielen verschachtelten Prog-Metal, nicht zu anspruchsvoll aber weit ab davon, in trallamäßiges Einerlei zu verfallen. Schon im Titeltrack - der gleich an zweiter Stelle folgt - baut sich diese Vielschichtigkeit gut auf. Treibende Parts wechseln sich mit ruhigen Passagen ab, die Gitarre darf solieren ohne zu nerven, Bass und Drums fallen, um aufzufallen, leider der schwachen Produktion zum Opfer. Mit Dan Peterson hat man einen sehr guten Sänger am Start, die Backgrounds geben dem ganzen noch eine vokalistisch guten Unterbau und die Streicher im Hintergrund lassen den gesamten Song auf einem sehr schönen Teppich liegen.
Komischerweise wird dieses Quintett aus den Staaten sehr oft mit DREAM THEATER verglichen, was mir beim besten Willen nicht einleuchten möchte. Die Progkönige sind um Längen härter, moderner und komplizierter. All das kann man von "Modern Alchemy" beim besten Willen nicht behaupten. Das ist fast schon retro, vom gesamten Soundgebilde aber eindeutig in der Jetztzeit gelandet.
Und das Genre "Metal" passt auch nicht wirklich. ELYSIUM THEORY wandeln irgendwie zwischen der Metal- und Rockwelt. Hier und da könnte man Vergleiche zu SAGA anstellen, aber dafür sind sie nicht bombastisch genug und dann doch… härter. ENCHANT wäre noch als Vergleich heranzuziehen, wobei man deren rockige Attitüde nicht so ganz übernimmt. Es ist einfach schwer mit diesen Herren. Über allem liegt bei dieser modernen Alchemie eine gewisse Schwermut, die man von MARILLION kennt, aber dafür sind sie dann definitiv zu "hart".

Egal, wie man es dreht: es ist keine einfach zu hörende Scheibe, auch wenn sie mit jedem Hördurchgang an Tiefe gewinnt und sich neue Fenster öffnen. Ein Anspieltipp ist sie für Freunde des progressiven Lagers auf alle Fälle, Zeit mitbringen und hören lohnt sich. Und wenn beim nächsten Mal die Produktion noch druckvoller ausfällt, dann wäre ich sicherlich schneller zu begeistern.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 16.12.2010


 
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