|
|
| The World Won't Stop, Corner House Records, 2010 |
| Joe Gooch |
Guitar & Vocals |
| Leo Lyons |
Bass |
| Sam Fuller |
Drums |
| Tanner Jacobsen |
Drums (Poison, Yes Man, Going Home) |
| Billy Livsey |
Hammond (No Deal, Poison) |
| Robert Stennett |
Hammond (Let The River Flow) |
| Produziert von: Leo Lyons |
Länge: 52 Min 24 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. The World Won't Stop | 7. Let The River Flow |
| 2. Where The Blues Began | 8. A Promise Is Forever |
| 3. No Deal | 9. Yes Man |
| 4. Poison | 10. Going Home |
| 5. The Smoke | 11. Wish You Were At Woodstock? |
| 6. All My Yesterdays | |
 |
Joe Gooch ist der Gitarrist und Sänger, der dem alten Schlachtross TEN YEARS AFTER nach einem zwanzigjährigen Hiatus neuen Atem einblies und Kraft gab (sieht man von "About Time" ab, gab es die letzte reguläre TYA-CD mit "Positive Vibrations" 1974 und "Live 1990" wurde 1994 veröffentlicht).
Leo Lyons ist der Bassist, der seit Anbeginn bei TYA die fetten Saiten zupft, kein Jack Bruce mit hohem singenden Bass und zahlreichen Soloausflügen, aber ein erfahrener Mann an seinem Instrument mal ohne Zweifel; Leo produzierte TYA und hier diese CD (und andere).
TEN YEARS AFTER ist die Band, die beim allmächtigen Online Lexikon ALLMUSIC so sträflich kurz abgehandelt wird, dass jede zweitklassige Rap-Kapelle besser weg kommt. TEN YEARS AFTER war die Band, bei der Flinkfinger und 70er-Gitarrenheroe Alvin Lee angestellt war (Alvin würde sagen, die anderen waren bei mir angestellt, und die anderen würden sagen - eben, dass Du das denkst, das war ja das Problem!).
Joe und Leo hatten jetzt irgendwie mal die Nase voll von TYA, und haben eine Band gegründet und eine CD veröffentlicht. Auf dieser CD hört man Blues, Bluesrock und Rock. Und das ist gut.
Zum einen ist hier ein anderer Schlagzeuger am Werk als der altgediente TYA-Mann Ric Lee, und das bläst nun dieser CD hier ein extra Leben ein, weil insbesondere Herr Sam Fuller sich nicht damit begnügt, nur den Takt zu klopfen, und also muss Herr Lyons mal aus den Puschen kommen. Macht er auch: er holt plötzlich aus und lässt den alten Bass mal richtig funky tanzen und brummen (The World Won't Stop, Wish You Were At Woodstock?), oder eben ganz stoisch Tupfer in die Gegend setzen, aber er hat hörbar Spaß.
Zum anderen ist Herr Gooch ein ganz formidabler Gitarrist, der mal eben Herrn Lee ganz frech mit einer typischen Phrase zitiert (Wish You Were At Woodstock?) oder der mit Going Home gar einen ganzen Titel auf die CD hievt, der dann gar nicht DAS Going Home, mit dem Alvin und seine Buben bekannt wurden, ist; aber mal mindestens so gut.
Zum dritten finden sich hier ganz wunderbare Bluesrock- und Bluesstücke, wobei neben den zu erwartenden gitarristischen Hochleistungen auch wirklich gutes Songwriting geboten wird - vom intensiven Slow Blues Poison über das schon fast popmusikartige All My Yesterdays und Let The River Flow mit leichten Anklängen an eine BEATLES-Gesangsharmonie, bis eben hin zum augenzwinkernden Wish You Were At Woodstock? - ein Livetrack am Ende einer Studioplatte, wo gab es das dann noch schon einmal (ist es zu weit gegriffen, zu glauben, dass die Ironie hier soweit geht,
PINK FLOYDs Titel Wish You Were HERE und den nun toten Woodstock-Mythos so zu verquicken, dass die Nachricht an besagten Herrn Lee, dessen Karriere eben gerade … nicht vorhanden ist, während die seiner Kollegen ohne ihn funktioniert, überdeutlich rüber kommt?)
Und dann eben Going Home. Nicht nur, dass das vom Namen an eben das berühmte Vorbild erinnert - wenn ich den Text richtig interpretiere, wird da auch mit all den neuen Gesichtern, die jedem, der es hören will, erzählen, wie sie zu sich selbst finden ("going home") und dann doch plötzlich verschwunden sind, abgerechnet. Das außerdem Herr Gooch hier zum wiederholten Male eine ganz wunderbare Gänsehaut-Gitarre spielt und wirklich gut singt veredelt den Track noch mehr.
Eine außergewöhnliche Jahrhundertplatte, eine Bluesplatte, die ihresgleichen sucht, ein "Rock & Roll Music To The World" Numero zwei? Nein.
Eine extrem gut unterhaltende Platte, die man immer wieder hören wird? Ja. Und das sagt man nicht von vielen Bluesrock-Platten! Witzig obendrein, und Lyons sieht auf jedem Foto schweine-zufrieden aus.
|