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Jive Mother Mary

All Fall Down

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All Fall Down
All Fall Down, Eigenvertrieb, 2010
Fluff (Seth Aldridge) Drums
Nathan Coe Bass
Mason Keck Guitar, Vocals
Produziert von: John Custer Länge: 48 Min 40 Sek Medium: CD
1. Let Me In6. Fever
2. Bedroom Eyes7. Catalina
3. Out of Love 8. Holy Roller
4. Another New Never9. Move On Home
5. Save Me10. All Fall Down

Erste CD einer neuen Band aus den USA aus Alamance Country in North Carolina (und somit geschichtlich gesehen trotz des Namens der Südstaaten Konföderation zugehörig, und damit schließen wir die Stunde des eher nutzlosen Wissens).

Mike Landau sagte mal über den Boss: "I 've seen the future of rock'n'roll…" und wir fügen nach dem Anhören der CD All Fall Down hinzu: "… walking round the corner minding his business; meanhwile Jive Mother Mary act as the administrators of classic rock.", also als die Nachlassverwalter des Classic Rock sehen wir JMM, und tatsächlich hört man in fast jedem Track das Vorbild heraus.
Das allerdings ist nicht weiter schlimm, denn bis auf Move On Home, wo sie fast notengetreu das Riff von dem alten STONES Klassiker (gibt es irgendwelche neuen?) Can't You Hear Me Knocking von Sticky Fingers übernehmen, ist das trotzdem absolut eigenständig. Nett und witzig wie sie sind, zitieren sie das dann im Outro des Songs das Original sogar notengetreu, so dass das "Warte mal, das is' von … Dingens … na, sach' ma'… Herrgott…" dann ein Ende hat.

Let Me In und auch Bedroom Eyes basieren auf archetypischen Hard Rock Riffs, wobei der erste Song von stark verhallten Vocals verziert wird und einfach vorwärts stürmt, getrieben von Fluff's Keith-Moon-Drumspiel (naja, nicht ganz so chaotisch, aber mit demselben Drive) und Nathan's John-'The Ox'-Entwhistle-Bass (naja, nicht ganz so melodisch und songbestimmend, aber mit demselben Stoizismus). Bedroom Eyes ist vertrackter und nicht ganz so rockig.
Out Of Love zitiert schon im Namen die Band, mit der sie den Producer teilen - CRY OF LOVE, und auch die wunderbaren BROTHER CANE; nicht zuletzt Mason's sehr variable Vocals erinnern an Damon Johnsons Stimme, und auch diese Spielerei mit dem Namen und der religiösen Konnotation. Gewollt? Auch die Kunst, auf jedem Track einen anderen Gitarrensound hinzubekommen, hat er mit Damon Johnson gemein
Es folgt der hippieske Jam Another Never mit akustischem Intro und verträumte Gitarrenlinien; southern Feeling pur, und wunderbarer Chorus. Save Me bringt ein Hendrix Intro und ein sehr flüssiges Gitarrensolo, ein wunderbares Gitarrensolo von Mason. Fever und später All Fall Down sind etwas missglückte Versuche in Black Sabbath Lava, wobei Fever die Kurve mittels ausgefuchster Songstruktur doch noch bekommt; dafür entschädigt Catalina, eine LED ZEP Annäherung, inklusive Gitarre/Vocals Unisono im Intro. Könnte etwa auf III sein, und zeigt, das Mason seine Stimme wirklich sehr flexibel einsetzt - hier eben klingt er wie Robert Plant, und das Riff ehrt die Zeppeline.

Die Jungs sind gut, und haben die Vorbilder verinnerlicht, ohne dass sie nun einfach nur kopieren - sie verwalten und mehren den Nachlass der großen Bands. Nachdem mehr Name Dropping nun nicht mehr geht, bleibt dem geneigten Leser der Weg zum MySpace zwecks des in Ohrenschein nehmens. Der weitere Schritt, so man dieser Musik zugeneigt ist, ist der zu Just For Kicks.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 16.05.2010


 
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