|
|
| Romeo & Juliet, Hammersound, 2010 |
| Wolfgang Blank |
Drums, Percussion |
| Tobias Schaaf |
Guitars |
| Tim Schneider |
Vocals, Piano |
| Robin Steffen |
Bass |
| Christoph Wansleben |
Guitar, Violin |
| Gäste: |
|
| Nils Guy |
Piano |
| Doris Kanschlik |
Flute |
| Daniela Sandhofer |
Voice of Juliet |
| Tobias Wolf |
Keyboards, Piano |
| Produziert von: Christoph Wansleben, Tobias Schaaf, Robin Steffens, Dirk Ulrich |
Länge: 57 Min 49 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Overture | 5. Hatred |
| 2. Two Households | 6. Banished |
| 3. Masquerade | 7. Dangerous Love |
| 4. Blessed Night | 8. Finale (I. Devil's Draw II. The Last Prayer III. Another Dawn) |
 |
SKY'S SHADOW kommen aus Leverkusen. Das ist die Stadt, in der man es zumindest fußballerisch nie an die Spitze schafft. Immer wird man irgendwie ausgebremst und auf den Platz des Ewigzweiten verdrängt. Daher auch der allseits bekannte Name Bayer Vizekusen. Tja, selbst mit einem versierten Trainer am Rand und Spitzenfußballern auf dem Platz ist man nicht dazu auserkoren automatisch den Gipfel zu stürmen.
Irgendwie lassen diese Erkenntnisse über den Fußballerstligisten Parallelen zu SKY'S SHADOW ziehen. Nur weil man studierte und ausgebildete Player auf der (Spiel)Wiese hat, heißt das noch lange nicht, dass dadurch ein Platz in der Spitze ergattert wird. Die Band setzt sich zusammen aus Gitarren-, Schlagzeug- und allgemeinen Musiklehrern, somit wäre über die technischen und theoretischen Fähigkeiten kein weiteres Wort zu verlieren. Um noch ein bisschen besser dazustehen, holt man sich für dieses ambitionierte Projekt eine Musicalsängerin ins Team und versucht die altehrwürdige Liga der Musicals und Rockopern aufzumischen. Als Gruppenspiel begibt man sich mit "Romeo & Juliet" schon in Regionen zumindest der EuroLeague. Soweit so gut. Kommen wir zum Spielverlauf.
SKY'S SHADOW starten klassisch und ruhig in den Auftakt des Spiels und versuchen in der ersten Hälfte des ersten Abschnitts von Ouverture den Drang nach vorne zu entdecken. In der "Pressekonferenz" wurde mit 'bombastischen Klängen und Orchestertutti' die Marschrichtung des Spiels vorgegeben. Leider ist davon weder etwas zu hören noch zu sehen. Aber es ist ja auch erst der Anfang und ein Spiel dauert bekanntlich so lange, bis es zu Ende ist. Warten wir also ab.
Im zweiten Abschnitt Two Households wird mit aggressivem aber leider schwachbrüstigem sechssaitigem Spiel der Versuch von Spannung gestartet. Irgendwie fehlt dem ganzen bisher der Druck und eine durchgehend erkennbare Linie. Aber dann, bei Masquerade, wird das Spiel erkennbar spritziger und geht energischer nach vorne. Die Orchestrierung darf dem Spiel einen Hauch von Schönheit verleihen und das Team um die beiden Gitarristen Christoph Wansleben und Tobias Schaaf versucht sich in Kontern.
Im vierten Abschnitt Blessed Night kommt endlich der Auftritt der Spitzenspielerin Daniela Sandhofer. Bisher ist sie durch ihre Auftritte beim Musical "We Will Rock You" aufgefallen, jetzt versucht sie also hier dem Ganzen ihren Stempel aufzudrücken. Gelingt leider nicht. Sicherlich unterlegt das Klavier schön die Gesangsmelodie, aber um eine Gänsehaut zu erzeugen oder gar bleibenden Eindruck zu erwecken ist das einfach zu wenig. Und zu drucklos. Bevor ich mich hier weiter in einem Spielbericht auslasse, der sich auf dem Niveau eines Spiels Borussia Mönchengladbach gegen Holzschuh Erpelhausen bewegt, beende ich das hier lieber.
Ihr lieben Leverkusener: Mir fehlt in der ganzen Scheibe von vorne bis hinten eine steigende Spannung, eine druckvolle Produktion und sichere und überzeugende Stimmen für den männlichen Bereich. Zwar preist ihr Tim Schneider als den alleinigen Sänger aller männlichen Stimmen an, der in der Lage ist mit seiner stimmlichen Bandbreite von aggressiv bis hauchzart alles abzudecken, aber bekanntermaßen ist Papier geduldig. Ihr habt doch Kontakte zu guten Sängern (Christoph Wansleben hat u. a. mit James La Brie eine CD aufgenommen ("True Symphonic Rockestra") – die mich allerdings auch nicht überzeugen konnte. Lag aber nicht am Gesang, mehr an der Produktion. Warum ist der Gesang nicht auf mehrere Sänger aufgeteilt worden? Man muss es ja nicht gleich so ausufern lassen wie Mr. Lucassen. Aber auch in unseren heimischen Gefilden gibt es Sänger, die günstig und gut sind!
'Empathische Chöre über wilden Gitarren- und Bassdrumstaccati' steht in Eurem Beipackzettel. Lediglich fehlt mir all das auf "Romeo & Juliet". Die Idee ist und war gut, die Umsetzung wird dem Meisterwerk der Klassik leider nicht gerecht. Damit wird es leider nichts mit dem ersten Platz und ob's für die EuroLeague reicht, sei mal dahingestellt. Ist aber nicht schlimm, da sind schon ganz andere gescheitert.
|