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The Dogs Are Turning Red

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The Dogs Are Turning Red
The Dogs Are Turning Red, Impeller Recordings, 2010
Rolf Yngve Uggen Electric & Acoustic Guitars, Vocals, Keyboards, Piano, Bass, Percussion etc.
Raymond Jensen Bass, Vocals, Piano, Keyboards, Guitars
Danny Young Drums, Percussion Vocals
Thomas Felberg Lead & Backing Vocals
Produziert von: Smoke Mohawk & Johnny Skalleberg Länge: 52 Min 42 Sek Medium: CD
1. Slow Lane7. Ratfaced Dogs
2. Midnite Rollin'8. Hunting Grounds
3. Murder Attempt9. Reefer & Rent
4. Time Is The Dealer10. The Electric Lit Night
5. One Puff Man11. Loonies
6. Watch This Rig

Na sowas, da hat sich aber jemand ganz schamlos von der Optik von HUMBLE PIEs Klassiker "Smokin'" aus dem Jahr 1972 inspirieren lassen. Namentlich Rolf Yngve Uggen, Gitarrist, Songschreiber und Verantwortlicher fürs Cover der fast neuen norwegischen Band SMOKE MOHAWK.
Humble Pie - Smokin' Erblickt man dann noch einen Song mit dem Namen Midnite Rollin', werden natürlich Begehrlichkeiten geschürt. Aber keine Angst, auch SMOKE MOHAWK ist selbstverständlich keine Band, die in irgendeiner Weise am PIE-Denkmal oder gar an Steve Marriotts Jahrtausendstimme kratzen kann und vor allem will. Das Album "The Dogs Are Turning Red" hat bis auf die kopierte Außenansicht beinahe überhaupt nichts mit den englischen Boogiekönigen zu tun, auch Midnite Rollin' ist keine Neufassung von Marriotts Midnight Rollin' vom 1975er Solo-Debut "Marriott". Fast schade eigentlich, denn Granaten vom Format 30 Days In The Hole, Hot'n'Nasty oder C'mon Everybody schreibt ja heute niemand mehr.
Was wollen nun die vier Herren mittleren Alters aus Oslo eigentlich? Richtig, sie wollen nur spielen. Hier ein wenig mit dem Artwork, da ein bisschen mit Worten, dort bisweilen mit kleinen musikalischen Versatzstücken aus den Sechzigern und Siebzigern - man ist schließlich durchaus belesen in der Musikgeschichte und hat auch selbst eine nicht ganz unwesentliche Vergangenheit, in der Namen wie GLUECIFER, Bela B., TURBONEGRO und etliche andere mehr oder weniger bekannte Namen auftauchen. "The Dogs Are Turning Red" ist dementsprechend eine Bündelung von Wissen, Kernkompetenz und Spaß an der Freud. Ob es ein Zukunftsprojekt ist, wird sich erst später erweisen.
Die tatsächlich hörbaren Einflüsse von SMOKE MOHAWK sind natürlich auch keine Leichtgewichte, gleich im ersten Song schauen THE WHO um die Ecke (tolles Drumming von Danny Young), nicht viel später winkt die Schrägheit der PRETTY THINGS und KINKS vermischt mit dem sehr frühen Pub-Rock'n'Roll von DR. FEELGOOD und einer Mischung aus New Wave (Time Is The Dealer) und Prä-Stoner-Rock (Hunting Grounds), später kommt Psychedelic dazu, dazwischen klassische STONES-Rhythmen ausgerechnet bei One Puff Man, das natürlich nur rein zufällig eine Namensähnlichkeit mit einer Schallplatte von SPOOKY TOOTH aufweist.
"The Dogs Are Turning Red" strotzt geradezu vor Querverweisen auf historische Bands, zwar nicht in Form von offenem Diebstahl, aber mit viel Augenzwinkern und Lust an den alten Helden. Insofern macht das auch richtig Spaß und ist technisch hochklassig dargeboten, fraglich ist nur, ob der heutige Konsument quietschende HAWKWIND-Orgeln goutiert, wenn er sie schon nicht (er)kennt. Ein hard hitting Rocksong wie Reefer & Rent macht die Sache einfacher, denn man muss nicht über verstaubte Vorlagen - die es nichtsdestotrotz gibt - nachdenken, da geht einfach nur die Post ab.

Wie kann man SMOKE MOHAWK beurteilen? DIE Sensation aus dem Rock'n'Roll-Wunderland ist "The Dogs Are Turning Red" nicht, dafür fehlen ein paar mehr Überzeugersongs (klingt genauso scheiße wie "Wutbürger"), aber die Schnitzeljagd durch das Rockmuseum ist vergnüglich und die nächste CD ist willkommen.
Vorschlag: Gebt euch am nächsten freien Abend zuerst SMOKE MOHAWK und dann "Smokin'" von HUMBLE PIE in maximaler Lautstärke.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.01.2011

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