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X Opus

The Epiphany

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The Epiphany
The Epiphany, Magna Carta, 2011
Matthew Bowers Keyboards
Cavid Crocker Vocals
Brian Dixon Vocals
Jesse Gallegos Bass
Corbett Tucker Drums
James Williams Guitar, Bass, Keyboards, Backing Vocals
Länge: 57 Min 31 Sek Medium: CD
1. Terrified6. The Epiphany (Opus Benedictus Interlude)
2. On Top Of The World7. I Will Fly
3. Pharaos Of Lies8. Forsaken (Requiem Of The Forsaken)
4. I'll Find The Truth9. Angels Of War
5. In The Heavens10. Never Forgotten

Wenn man die Behauptung aufstellt, dass man Spuren von etwas in etwas gefunden hat, heißt das noch lange nicht, dass man dadurch alles gefunden hat. Wenn die Polizei einer Spur nachgeht, bedeutet das noch lange nicht, dass der Fall gelöst ist. In Zeiten von EHEC und einer steigenden Zahl an Einbrüchen ist das nicht der Welt neuste Erkenntnis, die ich hier gerade von mir gebe.

X-OPUS behaupten, dass man in ihrer Musik Spuren von Hendrix, SYMPHONY X oder Johann Sebastian Bach finden kann. Letzterer ist einer, den man erstaunlich oft als Paten des musikalischen Urgrunds in der Vita einer Band findet. Gerade im Metalbereich. Hendrix wird oft zitiert, wenn Gitarristen wie Hulle einen von der Hüfte reißen. Und SYMPHONY X nennt jeder, der im progressiven Bereich monumentale, orchestral-epische Songs auf CD brennt. Führen diese Spurenelemente auf die musikalische Breite der amerikanischen Band um James Williams? Nö! Hendrix ist mir nicht ganz schlüssig, die beiden anderen können schon herausgehört werden, ich selbst würde noch HELLOWEEN als Spurenmittel beigeben, dann hat man das ganze eher umschrieben. X-OPUS spielen rifflastigen, schnellen, ab und an epischen Symphonic-Progressiv-Metal. Die beiden Sänger liefern einen klasse Job ab, sind in den hohen Stimmlagen genauso zu Hause wie im balladesken Bereich, die Gitarrenarbeit von Mastermind Williams ist mehr als ordentlich, es könnte richtig Spaß machen, diesem Werk zu lauschen. Wenn, ja wenn, der Drumsound nicht so flach wäre. Bei "Terrified" klingen die Becken mehr nach getriggerten Computerbecken als nach dynamisch-organischen. Und wenn, ja, wenn die Keyboardsounds nicht manchmal zu steril klingen würden. Bestes Beispiel dafür das Titelstück. Eine herrlich abgedrehte Nummer. Aber der Orgelsound klingt eher nach Kirmes als nach Bombast. Unterm Strich eigentlich schade, denn die gesamte Produktion ist abwechslungsreich gestaltet. Von schnellen Nummern über ruhige Momente bis hin zu orientalischen Einsprengseln ist alles vorhanden, was des Frickelfreundes Herz begehrt. Vielleicht hätte der gute Herr Williams sich doch noch ein paar versierte Leute zur Erfüllung seines Projektes an die Seite stellen sollen. So kann man das Album leider nicht ganz mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 29.06.2011


 
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