|
|
Die Neuigkeit ist keine mehr, nichts desto trotz ist sie eine von der Sorte, bei der man: "Moment mal, das stimmt jetzt nicht - It was not his time!" rufen möchte. Oder, profaner, wie in einem PC Spiel auf 'Reset' drücken möchte, damit es noch einmal von einer früheren Stelle aus los geht - der, wo er noch nicht krank war.
Die Rede ist natürlich von Ronald James Padovana, aka. Ronnie James Dio, der vor einigen Tagen an den Folgen seiner Krebserkrankung starb.
Meriten hat sich dieser Ausnahmesänger mannigfaltige erworben, angefangen bei seiner eigenen Rock'n'Folk Band ELECTRIC ELVES, die dann, in ELF umbenannt, zwei wirklich gute Alben veröffentlichte ( Carolina Country Ball und das sehr gute Trying To Burn The Sun ), dann bei RAINBOW, wo er Blackmore vom PURPLE weg zu mehr Prog-Rock und schließlich zum stadiontauglichen Mainstream manövrierte - als Mitwirkender bei dem 75er Album Ritchie Blackmore's Rainbow, beim 76er Rainbow Rising, dem 77erOn Stage, und schließlich beim 78er Long Live Rock 'n' Roll, alles mittlerweile wunderbare Klassiker.
Von da wanderte er zu BLACK SABBATH für die soeben wiederveröffentlichten 80er Alben Heaven And Hell und Mob Rukles und Live Evil, und dann brach seine große Zeit mit seiner eigenen Band DIO an, und am Ende landete er dann schließlich wieder bei BLACK SABBATH, aka HEAVEN AND HELL; allesamt im HoR eingehend gewürdigt.
Man führe sich diese Karriere mal in aller Ruhe vor Augen - der Mann war bei einer der archetypischen Rockbands aller Zeiten und hat mit einem der besten Gitarristen aller Zeiten zusammen gespielt, und dann noch erfolgreich eine eigene Band gemanagt! Das muss man erstmals schaffen, und es unterstreicht seine Rolle als Ausnahmekünstler einmal mehr.
Und während ich das hier bei den Klängen von The Last In Line schreibe, mich an Vinnie Appice Ballerdrums, Jimmy Bain's stoisch-melodischem Bass und Vivian Campbell's Guitar Pyromanics erfreue, kann ich nicht verhindern zu bemerken, wie die Luft dünner wird. Unsere Helden - es werden langsam immer weniger. Ganz davon abgesehen, dass Pop Stars nicht älter werden sollten - wer hat das denn vorgesehen, und ich mit Erstaunen zur Kenntnis nahm, das Dio 67 Jahre alt war - und eigentlich auch kein 'öffentliches' Privatleben haben sollten (wer will schon wissen, welcher Rocker mir wem…) sollten sie eben für immer unter uns sein. Ein frommer Wunsch, ich weiß.
Also, einmal tief durchatmen, sich vornehmen, die noch Verbliebenen mehr zu würdigen - es gibt nicht mehr so viele große Stars, Gott sei Dank kommt der eine oder andere nach - einmal die CD Sammlung mit den Dio Songs von vorne nach hinten durchspielen; eine Sekunde inne halten und über den Lauf der Dinge nachdenken, die Finger zum Dio Sign - der Teufelskralle - spreizen, und dann: Thanks for the music, Ronnie. We enjoyed it thoroughly, and you will remain in our hearts.
Auf facebook (Link siehe im Link Block) kann man sich in das Kondolenzbuch eintragen.
|