HoR Logo kl

Bushman:

München, Backstage, 25.01.2002

Logo Home-of-Rock
Startseite > Konzertberichte > Bushman > München, Backstage, 25.01.2002

Link Homepage:
Bushman bei Greensleeves
Unser Disclaimer
Fotos:
Heidi Bauer
Gehörschutz:
Hearsafe

Der Klick auf ein Bildchen zeigt es in voller Größe in einem neuen Browserfenster.

Nikki Burt
Nikki Burt - 59 KB, Breite x Höhe = 600 x 790
Bushman
Bushman - 55 KB, 600 x 783
Genie Slick
Genie Slick - 44 KB, 600 x 768
München, Backstage, 25.01.2002Bildergalerie

Bushman-Konzert in München, zusammenfassend könnte man sagen, das war ein Abend der Irrungen und Wirrungen.
Angefangen damit, daß just zu dem Moment, als ich telefonisch mit der Tourmanagerin den Interviewtermin fix machen sollte, mir Bushman ein "Rastafari" aus dem Radio entgegenraunzt. Ok, kein Problem, ich bekomme schließlich einen Termin für 20 Uhr zugewiesen.
Als ich beim Backstage eintreffe, ist die Halle noch zugesperrt und obwohl der Einlaß für 20 Uhr angekündigt war, läßt man die Leute eine gute halbe Stunde in der Kälte vor der Tür stehen.

Ich frage mich derweilen zu Marcia, der Tourmanagerin, durch und die zerrt mich gleich bereitwillig in den Nightliner. Dort sitzt Bushman in der hinteresten Ecke und ist gerade furchtbar angefressen, weil das Catering keine Mahlzeit anbieten kann, die auch nur auch nur annähernd ital wäre. Weil wir Frauen aber genau wissen, daß ein hungry man ein angry man ist, verfrachtet Marcia mich in dern vorderen Teil des Busses, um dort auf bessere Vibes des Bushman zu warten.
So weit so gut, bis plötzlich ein Kerl in den Bus stürmt und mich aber so was von hochkant aus dem Bus wirft! Seh ich etwa aus wie ein wildgewordenes Groupie?
Fairerweise sei gesagt, der Typ kommt nach 20 Min. zu mir, entschuldigt sich auf's höflichste und verspricht mir, sich um ein Interview nach der Show zu bemühen. Wer jetzt wissend schmunzelt, hat recht: Natürlich gab es nach dem Konzert kein Interview mehr!

Aber vorher gab es noch einige viel überraschendere Ereignisse. Als ich ziemlich durchgefroren an der Kasse eintreffe, will dort niemand Hrn. M.G. aus B. kennen, der mir als angeblicher Tourveranstalter schriftlich zugesichert hatte, daß ich auf der Gästeliste stünde. Roy, der Promoter (!), läßt sich aber von mir und meinen Flyern überzeugen, daß ich wichtige Arbeit zu verrichten habe.

Jetzt aber endlich zum Konzert selbst. Und zur nächsten Überraschung.
Der Keyborder der Grass Roots Band kündigt gegen 22.00 Uhr zunächst einmal ihre bezaubernde, sexy Sängerin NIKKI BURT an. Und das war auch gar nicht zu viel versprochen. Nikki stürmt im Tarnanzug auf die Bühne und beweist, daß sie wirklich eine tolle Stimme hat, diesen Solo-Part wahrlich verdient und nur als Backgroundsängerin zu schade wäre. Nach den ersten Songs ist klar, die Jungs der Grass Roots Band sind gut aufeinander eingespielt und der Sound im Backstage gewohnt hervorragend. Ihr Roots-Reggae mit einem guten Schuß Nikki-Soul sind eine gute Einstimmung.

Einstimmung für Bushman. Aber wo bleiben CHRISINTI und ILEY DREAD, die für die gesamte Tour mit angekündigt waren?
Egal, Bushman kommt also, im gleichen Tarndress wie Nikki. Die Vorliebe der Reggaekünstler für diesen Military-Style wird mir wohl für immer verschlossen bleiben.
Fast schüchtern wirkt er bei den ersten Songs und es dauert eine ganze Weile, bis man das Gefühl hat, daß Bushman, der aus einer sehr ländlichen Gegend auf Jamaika kommt, auftaut und lockerer wird. Zu keinem Zeitpunkt gibt es aber daran einen Zweifel, über welche ausgezeichnete Stimme der 28-Jährige verfügt. Ob er brüllt wie ein Löwe oder sanft und zuckersüß bei Your Love die Mädels in der ersten Reihe ansingt, der Gesang ist wohl mit das beste was ich bisher live gehört habe.
Und man kann auch spüren, wie wichtig die Musik und die Message seiner Texte für Bushman sind, der sich als Medizinmann, mit der Musik als Heilmittel, versteht.

Und trotzdem rauscht das Konzert ohne besondere Highlights an mir vorbei. Woran das liegt weiß ich auch nicht so ganz genau, denn eigentlich scheint alles zu passen: Gute Backingband, der richtige Rhythmus, ein Frontman mit Ausstrahlung und toller Stimme, das Album zur Tour, "Higher Ground", wird allseits hochgelobt.
Gut, Bushman ist keiner, der das Publikum dauernd anheizt, ist kein Showman, seine Performance wirkt stellenweise fast introvertiert. Es gibt auch keinen wirklichen Kracher, keinen Song mit Ohrwurmwirkung, den ich noch auf dem Heimweg vor mich hin summe. Und das Konzept der Veranstaltung war wohl mit Iley Dread und Chrisinti ursprünglich ein anderes. So dauerte Bushmans Auftritt fast an die 2 Stunden und hatte dadurch gewisse Längen.
Das soll aber auf keinen Fall heißen, daß mir das Konzert nicht gefallen hätte. Bushman ist auf jeden Fall sehens- und hörenswert.

Die Partystimmung kam im proppenvollen Backstage mit dem anschließenden Soundsystem noch auf den Höhepunkt.
Dort entpuppte sich dann auch noch das nette Mädel am Merchandise-Stand als klasse Sängerin. GENIE SLICK schnappt sich das Micro und toastet los, das es eine Freude ist. Geschickt für sich Werbung gemacht, denn wie sie mir erzählt, kommt sie im Oktober mit ihrem eigenen Album auf Tour nach Europa. Da kann man gespannt sein, die Scheibe wird nämlich von King of Kings produziert, hinter dem kein anderer als Iley Dread steckt, der als Produzent schon mit etlichen Reggaegrößen wie z. B. Buju Banton und Michael Rose zusammengearbeitet hat.

Wo der und Chrisinti allerdings abgeblieben sind, konnte ich nur ansatzweise herausfinden. Leicht gequälte Aussage vom Tourmanagement: Die beiden haben den Bushman-Tross 3 Tage zuvor wegen anderer Verpflichtungen verlassen. Da kann sich nun Jeder seinen eigenen Reim drauf machen.

Bushman war erwartungsgemäß nach seiner Show spurlos verschwunden und vor lauter schlechtem Gewissen hat mich Marcia mit CDs, Postern und Photos überhäuft. Ich bin noch nie so vollgepackt von einem Konzert heimgekommen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Marcia und Roy bedanken, die sehr nett, zuvorkommend und auch um Unterstützung bemüht waren.

ID, (Impressum, Artikelliste), 26.01.2002

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > Konzertberichte > Bushman > München, Backstage, 25.01.2002

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum