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Konzertbericht:
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Mein Bedarf an schlechten Nachrichten war für die laufende Woche eigentlich schon gedeckt ... erst stirbt am Dienstag der leider oftmals vom Publikum kaum wahrgenommene Warren Zevon, dann folgt am Freitag der Tod des großen, alten Johnny Cash. Ich muss gestehen, dass ich so etwas in meiner doch recht langen Konzert-Historie noch nicht erlebt habe. Als Carl sich nach dem dritten Song schon mal eine kurze Auszeit nahm, ahnte vom schwitzenden Publikum natürlich noch niemand etwas Böses. Ganz der Profi, behauptete er nach seinem kurzen Verschwinden: "I'm fine, don't worry" (ja, ja, er redete tatsächlich Englisch) und legte offenkundig unbeeindruckt mit einem herrlichen Gitarrenbrett den nächsten Gang ein. Doch das dicke Ende kam kurze Zeit später. Es herrschte aber auch eine fast unerträgliche Hitze in der "Harmonie". Die weit über vierhundert Zuschauer und die für die Fernsehaufzeichnung zusätzlich aufgestellten Scheinwerfer sorgten für echte Treibhausatmosphäre im Saal und insbesondere wohl auf der Bühne, denn die bemitleidenswerten Musiker schwitzten tatsächlich wie die Schweine. Wirklich sonderbar, dass die Verantwortlichen die so zahlreich an der Saaldecke installierten großen Ventilatoren nicht nonstop durchsurren ließen, zumal diese ja in der Gig-Pause zuvor für eine erträglichere Luft gesorgt hatten. Und was haben die Burschen gerockt. Wirklich mitreißend präsentierte sich die komplette Band, in der ich den alten Weggefährten Carls, Bertram Engel, anfänglich noch vermisst habe. Aber, ehrlich gesagt, der neue Drummer bearbeitete sein Set mit derartiger Vehemenz und Spielfreude, dass Bertram Engels Abwesenheit eigentlich doch nicht ins Gewicht fiel. Dabei hatte der Abend so entspannt begonnen. Die amerikanische Combo THE THORNS sorgte mit ihrem bestechenden Satzgesang für wohlige Schauer auf Hunderten von Rücken. Die vagen Zweifel, ob sie denn wohl die umwerfenden Harmony-Vocals ihres im Sommer erschienenen Debut-Albums (siehe HoR-Review) auch live umsetzen könnten, wurden schon beim ersten Song mit Bravour beiseite gewischt. Auf den Punkt und ohne jegliche Schwäche zeigten sich die drei Vocal-Artisten von ihrer besten Seite. Die anfänglich deutlich spürbare Nervosität der Herren verflog in der Folgezeit wie von selbst. Der Hammer und somit die Überraschung des Abends gelang nach endlos scheinender Umbaupause den Herrschaften der Rick Vito Band. So war es denn kein Wunder, dass die Verbliebenen frenetisch um Zugabe bettelten, die letztlich auch bereitwillig und freudestrahlend gewährt wurde. Und wenn ich nicht gewusst hätte, dass da auf der Bühne ein gewisser Rick Vito vom Leder zieht, wäre ich wohl dem Irrtum verfallen, Stevie Ray Vaughan sei auferstanden. Ich kann nur hoffen, dass bei der im Oktober auszustrahlenden Fernsehaufzeichnung zumindest ein paar Funken dieses kochenden Gigs überspringen und der Liebhaber klassischer Blues- und Rock-Darbietungen sich veranlasst sieht, Rick Vitos Band bei Gelegenheit persönlich zu begutachten. Es lohnt sich! Frank Ipach (Craving Hands), (Impressum, Artikelliste), 13.09.2003
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