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Konzertbericht:
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Was für eine Location, was für ein Konzert! Großes Staunen gab es erst mal, als wir den Ort des Geschehens betraten. Nach Gang durch einen Biergarten auf der Rückseite des Gebäudes und einem kleinen Raum mit Kasse und Merchandiseartikeln, sowie recht schmalen Gängen, kam man in die dunkel gehaltene Kneipe (schließlich war ja auch Halloween), die auf der rechten Seite mit Aquarien und Terrarien noch mal unterteilt war. In diesem Bereich, um ein Drittel kleiner als unser Wohnzimmer zu Hause (!), war dann die Bühne eingerichtet, die wiederum ca. die Hälfte des Platzes einnahm und den Musikern ein ölsardinenartiges Dasein bei der Ausübung ihrer Tätigkeit bescheren sollte. Um 21.30 Uhr brachen die drei Eidechsen im Terrarium, die bis dahin stoisch ruhig auf ihren Baumstümpfen verharrt hatten, komischerweise in einen ungewöhnlichen Aktionismus aus, als ihre Namensvettern endlich zu ihren Instrumenten traten. Sehr gut abgemischter Sound, beide Gitarren waren glasklar zu hören. Eine gute halbe Stunde später kam der Prediger mit schneeweißem Hemd (großes Kreuz auf der Brust) und Cowboyhut samt seiner Mannen auf die Minibühne. Und da kommen wir zu dem Punkt, den ich bei LIZARD aufgegriffen habe. Southern Man, Doin' It Again, Magic Midnight/Moonshine Runner fegten hinterher, bis die ersten Titel der neuen Scheibe "Good Time Music" anstanden. Bruce Brookshire spielte sich dagegen beim Gitarrenpart des Skynyrd-Klassikers in einen Rausch. Die Nummer habe ich weder von der Ursprungsband noch anderen, die sich an dem Lied versucht haben, jemals besser gehört. Die plötzlich glasklare Gitarre erzeugte ein Wechselbad aus Gänsehaut auf den Armen und Schauer auf dem Rücken, Wahnsinn! Keep On Running, Song For The Outlaw und Lonesome Guitar, wieder mit breiigem Gitarrenfinish und technischen Problemen bei John Samuelson, ließen endgültig alle Dämme platzen. Das war Honky-Tonk-Clubatmosphäre pur! Kriegt man wahrscheinlich wirklich nur im Southern Rock derartig geboten. Aus auflagentechnischen Gründen gab es auch bei DOC HOLLIDAY keine Zugabe. So blieb es bei einer Nettospielzeit von 75 Minuten. Schade ich hätte gerne noch den einen oder anderen Song der "Legacy"-Phase wahrgenommen. Aber was soll's, ein letztendlich starker Auftritt. Ein bisschen Wehmut ergreift mich eigentlich nur, wenn man sieht, wie wenig Akzeptanz diese tolle Musik bei der Jugend von heute findet. So waren die gut 120 Leute ein repräsentativer Querschnitt aus Leuten meines Alters, tätowierten Bikertypen, Musikdinos und nicht älter werden wollender Rockerladies. Den einzigen Ausreißer bildete der Bengel an der Kasse, der den Eintritt kassierte. Nach dem Konzert wurden wir von LIZARD-Frontmann Georg Beyer freundlich begrüßt, Bruce lobte unser Magazin und zeigte sich augenscheinlich von unserem neuen HoR-T-Shirt beeindruckt. LIZARD-Keyboarder Klaus Brosowski (sehr netter Typ) wechselte noch ein paar Worte mit mir, dann ging es auf den Heimweg nach Rheinberg. Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 02.11.2003
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