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Larsen & Furious Jane
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Helldorado
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| Berlin, Tränenpalast, 15.12.2004 |
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Der finanziell stark gebeutelte Tränenpalast bietet mittlerweile fast nur noch Comedy und bei Konzerten eher jazziges an. Umso schöner, dass mit HELLDORADO mal wieder etwas mit "Home-of-Rock-Relevanz" in dieser sehr angenehmen Spielstätte gastierte, auch wenn das Haus alles andere als voll war. Aber mitten in der Woche, Vorweihnachtszeit im ohnehin kulturgesättigten Berlin ist eben auch problematisch.
Zunächst gab es zum Auftakt des skandinavischen Abends als Support die sechsköpfige dänische Band LARSEN & FURIOUS JANE, die sehr unaufgeregten Indie Pop darboten, der eine Affinität nicht nur zu Singer/Songwriter-Musik sondern auch zu sechziger Jahre Chansons erkennen ließ. Ab und an ging es auch ein wenig in die Folk-Ecke, es gab auch eine Slidegitarre zu hören und Frontmann Torsten Larsen gefiel als bescheidener, sympathischer und selbstironischer, wenn auch mitunter etwas wortkarger Entertainer. In den guten Momenten erinnerte mich das etwas an GRANDADDY, manchmal war es mir aber eine Spur zu zurückhaltend und dezent. Trotzdem eine sehr natürliche und angenehm unkonventionelle Band.
Nach kurzer Umbaupause standen dann HELLDORADO auf der Bühne, die mit der Vertragsunterschrift beim Label Glitterhouse sicherlich den Weg geebnet haben, hierzulande einem noch breiteren Publikum bekannt zu werden. Den Auftakt bildete Lost Highway im knarzigen Sound, irgendwo zwischen einer endlos erscheinenden, sonnenverdorrten Wüstenlandschaft und morbidem Düsterfolk gefangen. Und weiter ging es im Spannungsfeld zwischen 16 HORSEPOWER, GO TO BLAZES, NICK CAVE oder GUN CLUB. Frontmann Dag Vagle gab dabei den teuflisch-verführerischen Desperado im Nadelstreifen, während Bard Halsne für die gitarristischen Molltöne auf der soliden Grundlage von Bassist Hans Wassvik und Drummer Morten Jackman sorgte.
Allerdings muss ich gestehen, so sehr mir tongewordene Wüstengebilde, die so gar nix norwegisches an sich hatten, gefallen, wirkten die ersten Stücke allmählich irgendwie etwas eintönig, da immer wieder dieselben whiskeydurchtränkten "lonely desert highway"-Klischees bemüht wurden. Insbesondere bei Dead River oder Blood Shack erinnerte Dag Vagle zudem stimmlich deutlich an David Eugene Edwards, auch wenn es in seinen Texten noch deutlich dunkler und morbider zugeht. Erst als die musikalische Palette mit Waiting Around To Die,Payrolled oder Roadhouse noch um Retro- und Roots-Rock, Surf und Post Punk erweitert wurde und die Jungs sich auch mal trauten, das Gaspedal etwas durchzudrücken wurde es richtig gut, da noch variabler. Da kamen dann Erinnerungen an OMAR & THE HOWLERS, FRIENDS OF DEAN MARTINEZ oder auch mal THE CRAMPS auf. Nicht umsonst heißt die neueste Veröffentlichung "Director's Cut" - das ist Filmmusik pur, diese unheilschwangeren, hochdramatischen, Gluthitzeepen, bei denen jedem unweigerlich die Namen Lynch oder Tarantino in den Sinn kommen.
Die Höllenhunde aus dem Land der Fjorde gaben gegen Ende noch mal so richtig dem Affen Zucker (Dag Vagle legte sogar sein Jackett ab - hui) um nach You Sucker und Women Shouldn't Drink noch eine herrlich angeschrägte Zugabe mit Psycho hinzulegen.
Ein letztlich doch noch sehr ansprechendes Konzert einer Band, die deutlich mehr Zuschauer verdient hätte.
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