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| Bensheim, Parktheater, 18.12.2008 |
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Es war der Abschluss ihrer "Irish-Christmas-Tour 2008" und eigentlich der Auslöser dafür, dass die große Dame des Irish Folk in 2008 noch mal Weihnachtskonzerte in Deutschland gab. Denn das Benefiz-Konzert am 18.12. zugunsten der Christoffel-Blindenmission war schon länger geplant, und, so Moya Brennan im Interview, "überraschte ich meine Promoter mit der Bitte, ein paar Konzerte davor in Deutschland machen zu können". Trotz der Kürze der Vorbereitung kamen dann immerhin 5 weitere Termine zustande: In Braunschweig, Dortmund, Illingen, Köln und Mainz.
Moya Brennan und ihre Band, mit der sie seit einigen Jahren erfolgreich tourt, sind aktiv als musikalische Botschafter für das internationale christliche Hilfswerk CBM mit Sitz im südhessischen Bensheim. Die CBM betreut rund 1.000 vorwiegend medizinische Hilfsprojekte rund um den Globus - im Jahre 2008 wurde das 100jährige Bestehen gefeiert.
So war das Bensheimer Konzert gleichzeitig eine Bühne für die CBM, mit den üblichen Grußworten, Filmeinspielungen, PR-Aktionen und Infotischen rund um das Parktheater. Auch mussten die Fans eine auf eine Stunde zurechtgestutzte Variante der "Irish Christmas Tour" in Kauf nehmen, weil ein weiterer musikalischer Botschafter der CBM, der christliche Liedermacher Clemens Bittlinger, den ersten Teil des Konzertes mit Auszügen aus seinem Weihnachtsprogramm "Bilder der Weihnacht" bestritt.
Inhaltlich bot der "singende Pfarrer" Bittlinger mit seiner exzellenten Begleitband eingängigen Acoustic-Pop und traf den Nerv des überwiegend gesetzteren Publikums. Seine Mitstreiter David Plüss (keyb), Helmut Kandert (perc), Adax Dörsam (git), Jean-Pierre Rudolph (fiddle, mand) und Lara Herrmann (back-voc) schafften als Gegenpol zu den etwas textlastigen Songs und Zwischenmoderationen eine musikalisch lockere Atmosphäre, die der Botschaft des Programms zuträglich war. Fazit: Die Qualität stimmte, manches kam zwar etwas verkopft rüber, wurde aber durch die Spielfreude der Band wunderbar ausgeglichen.
Nach einer Pause und entsprechender Anmoderation kam endlich die Zeit für irische Klänge im ausverkauften Parktheater. Mrs. Moya Brennan erfüllte mit sphärischen Klängen und erdigen keltischen Rhythmen den Saal. Ihre 6-köpfige Band zelebrierte gekonnt sowohl Moyas Songs der Soloalben, wie Irish Christmas Songs und die stets gefragten CLANNAD-Klassiker.
Der zweite Teil des Abends war gänzlich anders als der erste. Die Ausstrahlung der Musiker und ihrer Frontfrau nahm auch ohne viele Worte die Zuschauer mit und Moyas Zwischenansagen kamen so natürlich, dass man ihr abnahm, dass sie und ihre Band gerne für dieses Konzert eine "Bensheimer Extrawurst" brieten. Eine tragende Rolle in den Arrangements hatte dabei der Gitarrist Fionán de Barra. Viele der Harfenparts teilte sich Moya Brennan mit Cormac de Barra - und hatte damit viel Freiraum für spontane "Tanz"einlagen. Die Folklegende ist längst aus dem Alter raus, wo sie sich und ihrem Publikum etwas beweisen muss. Sie schert sich nicht um graue Strähnchen und steht mit gewinnendem Lächeln auch nach dem Konzert noch am CD-Tisch zum Smalltalk bereit.
Für die 450 Besucher verging die Zeit wie im Flug, als Moya Brennan zum Abschluss noch mit Clemens Bittlinger und Musikern seiner Band ein gemeinsames Schlusslied anstimmte. Interessant war zu sehen, wie der elsässische Geiger Jean-Pierre Rudolph und die Irin Sinéad Madden um die Wette fiddelten. Kunststück - Jean-Pierre war lange genug als Folkduo mit dem nordirischen Singer-Songwriter Rodney Cordner unterwegs, um ein paar Jigs und Reels mal eben aus der Hand zu schütteln.
Den Tag drauf ließen Moya Brennan & Band ihre Weihnachtstour in Dublin ausklingen und werden wohl über die Feiertage vom echten deutschen Christstollen naschen, den Moya unbedingt noch in Bensheim besorgen musste.
In diesem Sinne: Auf ein baldiges Wiedersehen, gerne auch mit CLANNAD, in good old Germany.
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