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Konzertbericht:

Moderate Pace

Schwarzenbach/Saale, Rock Keller, 31.01.2004

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Schwarzenbach/Saale, Rock Keller, 31.01.2004

Da lobt man die Band neulich noch über die güldene Gibson und dann versemmeln diese Kerle doch tatsächlich den ersten Set ihres Bayern-Debuts ziemlich glorreich. Was ist denn da passiert?

Schwarzenbach an der Saale. Hmmm, irgendwo zwischen Hof und Bamberg. Rock Keller, nicht schlecht, gar nicht schlecht, eher sehr gut, und wer das Cover von "Ghost Riders" (you know, OUTLAWS) auf die Jalousie vor der Bühne ge-airbrusht hat, darf mit zwei bis fünf Extrabestellungen meinerseits rechnen.
Ganz gut Leute auch da und auf den Plakaten von MODERATE PACE steht "New Southern Rock". Wie erklärt man solchen old farts wie mir den Begriff New Southern Rock? Kopfsocken-Dixie? Hip-Hop Twin-Guitars? Viel einfacher. Es handelt sich schlichtweg um eine neue, junge Generation von Bands, die ziemlich genau die selbe Musik wie die längst erstarrten Vorbilder machen und sich auch in den Geist des "echten" Southerners eindenken können. So far, so gut. Ist ja genau meine Abteilung. Und es spielt in meinen Ohren kaum eine Rolle, ob nun eine junge Band sich an SKYNYRD, den ALLMANs, HATCHET oder sonst wem anlehnt. Hauptsache es rockt und groovt.
MODERATE PACE orientieren sich mitnichten an diesen Bands, eigentlich kommt insgesamt viel mehr LITTLE FEAT zum Ausdruck. Macht aber auch nix, die lieben wir schließlich ebenfalls.

So richtig vergeigt haben die Jungs natürlich nicht. Immerhin ist die Band seit kurzer Zeit auf drei von vier Positionen neu besetzt (bemerkenswert gut ist der neue Drummer) und Chef Butcher hat natürlich auf der Bühne eine Menge zu koordinieren. So gesehen hat das schon ganz gut geklappt. Man muss sich einfach die Nervosität und Angespanntheit wegdenken, den einen oder anderen nicht so tollen Song (bzw. eine meiner Meinung nach etwas falsch aufgestellte Setlist) und außerdem war es ein echtes Auswärtsspiel.
Immer wenn es in die Groove-Ecke ging, war alles gut, nur die Rocker holperten ein wenig.

Im zweiten Set wurde es viel besser (und der geneigte Gast betrunkener) und schon ging die Party so richtig ab. Das eine und andere höchst gelungene zweistimmige Gitarrenspielchen, Butcher stimmlich in bester Form, recht knackige Songs (natürlich das komplette Album plus diverse Cover und eigene Nummern) und das klasse aufgelegte Publikum machten den Abend rund.
Zum Abschluss noch ein Skynyrd-Ständchen, gesungen von FLATMAN Kossmann, klasse.

In MODERATE PACE steckt eine Menge Potential. Noch ein paar Gigs - am besten immer auf fremden Terrain, das härtet ab - und dann steht der Qualität das Albums auch in der Livedarbietung nichts mehr entgegen. Ob das dann neuer oder alter oder gar kein Südstaaten Rock ist, spielt keine Rolle. Spaß macht's.

P.S.: Bilder gibt es keine, weil der Berichterstatter alle Hände mit Glas und Zigarette voll hatte...

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 05.02.2004

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