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Fotos:
Adelina Schmidtlein
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Bassist ohne Kopf - 31 KB
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Der Italiener an den australischen Percussions - 34 KB
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Nicht der natürliche Lebensraum der Garnele! - 30 KB
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I tell you! - 25 KB
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| München, Kafe Kult, 29.07.2003 |
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Nichts gegen den diskreten Charme eines leicht angegammelten Underground-Clubs. Aber wenn sich zum Mief und Muff und den Schimmelflecken auch noch völlige Unprofessionalität gesellt, ist der Spaß schnell vorbei. Null Promo, null Service und dann noch ohne Absprache zwei Brachialpunkbands vor die Nase gesetzt zu bekommen, bringt selbst den sonnigsten Australier an den Rand eines Wutausbruchs. So geschehen im Münchner Kafe Kult, das eigentlich ein Eldorado für kleine Bands wäre. In einem ehemaligen Bundeswehrgebiet gelegen, teilen sich diverse Lokalitäten und Vereine alte Flachbaubaracken und züchten ein witziges Gewirr aus Subkultur und Pflanzen, die dort zu Bundeswehrzeiten sicher nicht gewachsen sind...
So geht das nicht Leute. Ihr habt Euch als Location disqualifiziert. Vor allem ist der Münchner Szene, die bekanntermaßen eh eine schwierige ist, mit so einem Benehmen nicht gedient.

Monate haben wir uns auf die PRAWNS WITH HORNS gefreut und von der Zappanale in Bad Doberan hörte man nur Bestes über die abgedrehte Show der sechs (zwei Bläser waren daheim geblieben) Funk-Rock-Reggae-Ska Vermischer aus Perth in West-Australien. Dort haben sie aber auch vor etwa zweitausend Menschen gerockt. In München waren es dank Desinteresse und Unvermögen des Veranstalters grade mal 15 Nasen. Völlig unnötig, denn grade die junge Szene mit Rastalocken und Crossover-Mut, die sich in Massen in anderen Locations (wie der Muffathalle) herumtreibt, hätte bei dieser aberwitzigen Musik ihre Freude gehabt.

Nach dem Krachinferno der beiden Vorbands kamen gegen halb 12 endlich die Garnelen und die zeigen wirklich jedem Tanzmuffel, wo der Hai das Fischstäbchen zum swingen bringt.
Man stelle sich vor: Zappa, Mother's Finest, Kid Creole und Bob Marley rauchen sich gemütlich einen und legen dann eine Session ein. So klingt das ungefähr und stimmt trotzdem nicht. Ein Rockfan alter Gesinnung würde sich das nämlich ohne Schüttelfrost nicht geben können. Geht aber, denn die Prawns rocken das ganze so richtig gnadenlos und herzerfrischend fröhlich und locker.

Ein knappes Stündchen (andere hätten mit Recht nach 20 Minuten die Instrumente in die Ecke gepfeffert) geht die Post ab und man kommt kaum mit dem Schauen und Staunen nach. Hier ein knallhartes Gitarrensolo von Dan, da eine Saxeinlage, dass es mir das Käppi vom Kopf hebt, dort ein Bass-Percussion Gewitterchen und obendrüber die klasse Stimme von Marty Hellman, der immer wieder an den guten alten Frank Z. erinnert. Nur ist Marty viel lässiger. Und außerdem spielt er dieses lustige Instrument namens Theremin. Das einzige berührungsfreie Instrument der Musikgeschichte. Nur durch die Bewegung der Hände werden synthetische Töne erzeugt, die irgendwo zwischen einer "singenden Säge", einer kaputten Geige und den Geräuschen von Walen liegen. Dezent eingesetzt macht das Ding (übrigens bereits 1919 von einem Russen erfunden) jede Menge Fun.

Musikalisch gesehen, haben die Prawns nur Könner am Start. Nicht die Bohne unkoordinierter Stil-Mischmasch, sondern durch die Bank perfektes Handwerk vereinigt mit dem Humor und den Entertainerfähigkeiten von Leuten aus Australien. Bekanntlich sind Australier und Finnen anders als andere Kinder und das macht sie so sympathisch.
Die Songs der hervorragenden CDs "Beetroot Cheroot" und "Ampersand" plus einige neue Nummern - die noch tighter klingen - plus einen von Zappa als Bonus und dann ist die Stunde leider auch schon rum. Schade, ich hätte Euch gerne in einem würdigen Rahmen gesehen und nächstes Jahr gibt es einen ordentlichen Club in München. Versprochen!

Dank an Sabine von Bizzy Bee Promotion und Vicki, die nimmermüde Managerin, und natürlich an die Jungs!
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