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Konzertbericht:
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Jetzt ist es passiert. Ich werde nun aus der Hartgitarrenfraktion auf immer ausgeschlossen. Der LÜV-Bayern (Lautstärkeüberwachungsverein) wird in meine Wohnung eindringen und sämtliche Platten, auf denen strombetriebene Instrumente vertreten sind, beschlagnahmen. Meine Nichten werden noch lauter brüllen als sie es eh schon tun. Unser Kollege Klaudi Schmöseke aus Varlingen in der Heide wird mir einen Termin bei seiner Firma, der E. Lausch KG, vereinbaren. Gott sei Dank, Klaudi ist dort Hörgeräteakustiker. Ich habe mir erstmals in mehr als 20 Jahren Ohrstöpsel in meine Lauscher eingeführt! Und das war gut so. Ansonsten wäre dieser Abend mit Sicherheit mein letzter gewesen bei dem ich einen Ohrgasmus gehabt hätte. Es folgt jetzt eine grundsätzliche Ansage: Rock & Roll, Hard Rock und Heavy Metal MUSS laut sein. Zuhause und vor allem live. AC/DC, Priest, Saxon und Lemmy waren noch nie Kammermusiker. Auch das ist gut so. RAWHEAD REXX. Uah, welch furchteinflößender Name. Und so klingt auch das Intro. Der Höllenhund knurrt persönlich vom Band und rüttelt an der Eisenkette. Aber was dann kommt ist weniger erschreckend. Die Jungs bringen größtenteils Songs aus ihrem Debutalbum, wobei (und das ist für eine Vorband sicher klug) vor allem Wert auf die Granaten gelegt wird. Songs wie The Scream, The Holy War kommen mächtig rübergeknallt. Nicht nur Drummer Dany Löble kickt, die ganze Band IST Metal. Meine Favoriten: Die Bandhymne Rawhead Rexx, bei der sich, alleine schon wegen der Gitarren, die Lauscher aufstellen, Request (was ein druckvoller Song) und eine Nummer, deren Name ich nicht kenne, die mich aber sofort (basstechnisch) an einen Klassiker von BLACK SABBATH erinnert und folgerichtig auch in Heaven And Hell mündet. Und da zeigen alle 4 was sie draufhaben. Ganz geil! Jürgen Volk muss sich nicht hinter Ronnie James verstecken (geht eh nicht, weil der so klein ist). RAWHEAD REXX haben beim Wacken Open Air gespielt (2000 und 2001), sind auch schon für das nächste Jahr dort gebucht und bestehen mitnichten aus Newcomern. Jürgen schmetterte bereits bei GLENMORE, Gitarrist Rüdiger Fleck war bei LETTER-X und Face war bei EROTIC JESUS. Massig Erfahrung also und vor allem wirkliche musikalische Wertarbeit. Das wird auch vom gut gefüllten Metropolis gewürdigt. Die Jungs räumen sauber ab. SAXON habe ich schon 1980 gesehen. Und seitdem hat sich nicht viel verändert. Immer noch kommt einfacher, schnörkelloser Metal von der Bühne. Ohrwürmer zuhauf, positive Power, jede Menge Klischees, die aber nicht stören, sondern dazu gehören. Das Metropolis ist jetzt knallvoll. Biff erwähnt, dass es viele Jahre her ist, seitdem Saxon eine Münchner Halle ausverkauft haben. Auch das ist ein Beweis, dass Heavy Metal tolle Fans hat. Da können sich die Trendhopper ein Scheibchen abschneiden. Die Klassiker des Konzerts sind natürlich 747 (Strangers In The Night), Dallas 1 PM, Heavy Metal Thunder (in ein Drum Solo und Conquistador integriert, Solid Ball Of Rock (sowieso eines meiner Lieblingsalben) und Wheels Of Steel als eine der 4 Zugaben. Ein Klassiker der Saxon Zukunft ist zweifelsfrei Court Of The Crimson King. Live der absolute Hammer. Die Band ist tight wie immer, Fritz Randow ist ein phantastischer Drummer (sag ich schon seit ELOY Zeiten), Paul Quinn, Nibbs Carter und Doug Scarrat powern um die Wette, man könnte meinen, die Herren sind Anfang 20. Ein sehr sehr gutes Heavy Metal Konzert. Mir langt es allerdings für die nächsten Wochen. So eine Packung brauch ich nicht ständig. Unser Dank geht an Michaela-Susan Pollok von EPM Entertainment GmbH, München und die Firma Hearsafe für die Erhaltung meiner Hörkraft. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.11.2001
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