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Stern - akustisch

Dresden, Staatsoperette, 07.03.2009

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Fotos: Hartmut Helms

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Transit
Dresden, Staatsoperette, 07.03.2009

"Also was soll aus mir werden?" Es ist immer wieder die gleiche Frage, die uns treibt und in Bewegung hält. Raus aus dem Elternhaus, in die weite Ferne, in die Arme einer Frau oder eines Mannes, auf zu neuen, zu anderen Ufern sowie zu überraschenden Erfahrungen und Erkenntnissen.
Ich wollte erfahren und hören, wie denn einige Songs der STERN-COMBO MEISSEN akustisch klingen würden, so die Ankündigung einiger ehemaliger Bandmitglieder. Der Vorgang selbst und das Drumherum will ich bis heute nicht auf die Goldwaage legen. Da ist etwas passiert, was gerade in aktuellen Krisenzeiten tagtäglich und sogar massenhaft geschieht. Zwar kann ich dieses Geschehen nicht normal nennen, aber in einer Gesellschaft wie dieser, ist das wohl auch nicht zu verhindern, leider.

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Da standen sie gestern Abend auf der Bühne der Dresdner Staatsoperette, die sog. Akustiker, ausnahmslos schick in schwarz gekleidet. Die Aufregung war ihnen in die Gesichter geschrieben. Das legte sich in dem Maße, wie die aufmunternden Zurufe aus dem Saal lauter und häufiger wurden und die Gesichter in der ersten Reihe von oben für die Herren erkennbar.
Dramaturgisch geschickt eröffnet der Titelsong der 3. LP "Der weite Weg" den Abend, eine Metapher vielleicht und symbolträchtig gewählt auch. Mir gefällt, dass danach der schwer erkrankte ehemalige Frontmann der STERN-COMBO, Reinhard Fißler, mit der persönliche Hommage Laß' mich hier nicht liegen gewürdigt wird, ein Song, den IC Falkenberg auch sonst in dieser Art singt und den ich ihm auch an diesem Abend ehrlichen Herzens abnehme.
Die Akustiker sind sichtlich bemüht, ein abwechslungsreiches und spannendes Set zu spielen. Da erobert schon mal der klassische Swing die Bühne und ein wenig Jazz blitzt auf. Vor allem Michael Lehrmann an der Gitarre darf zeigen, was mit einer Akustikgitarre alles zu zaubern geht. Dies sind Momente, in denen man sich ganz dem Klang ergeben und auch genießen kann.
Mit der IC-Nummer Eine Nacht werden wir in die Pause geschickt und mit einer weiteren, Ich bin frei, danach wieder in das Geschehen einbezogen. Jetzt im zweiten Teil ist die Stunde des Frontmannes IC Falkenberg wirklich gekommen, der den Songs seinen Stempel aufdrückt, sie zu seinen werden lässt. Ich vergesse, dass ich bei STERN AKUSTISCH bin und fühle mich in die 80er Jahre zurückversetzt, die stern-musikalisch gesehen nicht die Meinen waren. Natürlich fragt mich keiner danach, die IC-Fans toben, kreischen und klatschen, machen ihre Party.
Nur noch ein Mal wird es stiller, als es weit zurück in die STERN-Historie geht. Der Kampf um den Südpol, so mein ganz persönliches Empfinden, passt nicht und eignet sich auch nicht zum Mitklatschen. In diesem Moment versuche ich, wegzuhören, auszuschalten, nicht da zu sein. Sorry!

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Während des Konzerts kommt mir irgendwann in den Sinn, dass die STERN-COMBO damals insgesamt ganze 5 LPs mit Reinhard Fißler und nur 2 weitere mit Ralf Schmidt eingespielt hatte. Die frühen Jahre der Band waren auch meine Sturm- und Drangzeiten und Songs wie Die Sage, der Südpol oder das leise Du komm her waren ein Stückchen ICH, ich selbst. Im neuen Gewand genau dieser Stücke habe ich mich nicht entdecken können, sie waren mir zu eng und zu kurz, ich habe nicht hinein gepasst. Das mögen andere, jüngere (?), nicht so empfinden, aber die gegenseitige Achtung gebietet, beiden Gefühlen und Sichtweisen Raum zu geben.
Der Abend endet (dennoch) mit Begeisterung und Zugaben. Bei Taufrisch und Eine Nacht ist IC Falkenberg wieder er selbst und in seinem Element.

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Nach dem Konzert ist jeder auf seine Art aufgekratzt. Die einen, weil sie ihrem Idol der 80er Jahre nahe sein können und ich, weil ich versuche, meine Eindrücke zu sortieren. Ich wollte die "Akustiker" live erleben, damit ich mit einem eigenen Urteil durch die Welt laufen kann. Die Live-Szene ist also in den kommenden Monaten um ein Angebot reicher, IC Falkenberg hat gleichzeitig zwei Silberlinge auf dem Markt und ich werde mir dann mein geliebtes Vinyl und "Die Sage" auflegen. "Der weite Weg" ist noch lange nicht am Ende!

PS: Was wäre ein solcher Abend ohne die kleine Lady mit dem Stativ in der Hand und der Kamera um den Hals. Mit ihr hat IC einen wahren Glückgriff gemacht und sich auch aufrichtig bedankt. Ganz besonders am gestrigen 7. März, Kathys 28. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, kleine Freundin aus Dresden!

Hartmut Helms, (Artikelliste), 08.03.2009

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