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Steve Hackett

Dortmund, Dietrich-Keuning-Haus, 01.04.2004

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Dortmund, Dietrich-Keuning-Haus, 01.04.2004

Steve Hackett? Etwa der Steve Hackett, der vor über 25 Jahren die Art Rock Giganten GENESIS wegen "künstlerischen Streitereien" verlassen hat sollte wahrhaftig live in den "Pott" kommen??
Und das an einem 1. April???

Dass dies kein Aprilscherz war, bekamen meine werte Freundin, ich und die rund 400 zahlenden Zuschauer im Dietrich-Keuning-Haus (eine Art Jugendzentrum, wobei die Halle mehr in die Breite ging, also wie bei den meisten männlichen Lebewesen nach dem Genuss von zuviel Bier, im Fachjargon auch "Ranzen" genannt) mehr als nur deutlich zu spüren.
Nachdem man(n) sich mit eben besagter Gerstenkaltschale vor der Bühne positioniert hatte, ging gegen 21:00 das Saallicht aus und Steve Hackett samt Band kam gut gelaunt aus der Umkleide.
Der Opener war auch direkt eine Überraschung. Die wenigsten rechneten hier wohl mit Valley of the kings, einem Song aus dem "Genesis Revisited" Album, eine Veröffentlichung mit dem Hackett seine GENESIS Wurzeln 1996 wiederentdeckt hatte. Gerade dieses Stück ist ein idealer Eröffner, umschmeichelt es doch die Gehörgänge und lässt den Zuschauer entschweben.

Schon zu Beginn wurde klar, dass der Sound an diesem Abend nichts zu Wünschen übrig lassen würde. Dieser war auch vonnöten, denn mit Mechanical bride und Circus of becoming von seinem aktuellen Silberling "To Watch The Storms" wurden zwei denkbar anstrengende Tracks in die Menge gefeuert. Hierbei muss besonders auf die irrwitzigen Breaks und Tempiwechsel hingewiesen werden, die nicht von dieser Welt stammen können. Hier wurde Hacketts Verwandtschaft mit einer gewissen Band namens KING CRIMSON mehr als deutlich!
Und auch auf Hacketts Band muss an dieser Stelle hingewiesen werden. Terry Gregory am Viersaiter und Gary O'Toole am Drumkit (eine brillante Rhythmusgruppe, die sich an wichtigen Stellen auch zurückhalten kann um dem Meister Raum für ausgedehnte Gitarrenimprovisationen zu geben). Am Keyboard der Soundtüftler Roger King, der Hackett studiotechnisch schon seit längerer Zeit unter die Arme greift und an diversen Blasinstrumenten (nur schlechte Menschen denken bei diesem Wort an Sauereien) Rob Townshend. Diese schufen die Grundvoraussetzungen für einen unvergesslichen Konzertabend. Unter anderem wurden in den gut 2 Stunden viele Klassiker von Hacketts Solokarriere gespielt, wie das fröhlich beschwingliche Every Day ("Spectral Morning", 1979), das düstere Darktown ("Darktown", 1999) oder auch das Instrumental Please don't touch ("Please Don't Touch", 1978).
Aber auch die ewigen GENESIS Fanatiker (zu denen ich mich auch zählen möchte) wurden mit instrumentalen Zitaten zufrieden gestellt. Als da wären Watcher of the skies, Firth of fifth (was für ein überdimensionales Gitarrensolo!), Horizons (das ein kleines Akustikset einleitete, stellvertretend hierfür sei die DVD "Hungarian Horizons" empfohlen) und auch Blood On The Rooftops mit Gary O'Toole der sich Phil Collins like erfolgreich an den Lead Vocals versuchte.

Man merkte an der Lautstärke der Zugaberufe wirklich, dass die Meute ausgehungert war. Schließlich hatte sich Hackett rund 20 Jahre nicht mehr in Deutschland blicken lassen.
Der Zugabeteil wurde mit dem harmonischen Spectral Mornings und dem ewigen GENESIS Klassiker Los Endos, bei dem die Band noch einmal alles aus sich herausholte, bestritten.

Somit endete ein sehr gehaltvoller Konzertabend und machte deutlich, dass es wenigstens einen gibt, der das schwere GENESIS Erbe mehr als würdig zu verwalten weiß.

Christian Aderholz, (Artikelliste), 02.04.2004

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