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Konzertbericht:

The Steve Schuffert Band

München, Hide-Out, 12.02.2003

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Fortune Records
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)
Link Club:
Hide-Out, München

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Fotos:
Adelina Schmidtlein

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Setlist Steve Schuffert Band
Setlist Teil 1 - 32 KB
Setlist Steve Schuffert Band
Setlist Teil 2 - 44 KB
München, Hide-Out, 12.02.2003The Steve Schuffert Band zum Hören und Kaufen

Und wieder sind sie auf der Ochsentour. Wieder über 60 Konzerte am Stück, Abend für Abend. Bus, Club, Hotel, Bus, seltsames Essen. Wie muss man drauf sein, wenn man diesen Wahnsinn seit Jahren treibt?
The Steve Schuffert Band Immerhin geht es langsam aufwärts. Die Clubs sind zwar größtenteils immer noch klein, aber dafür werden sie immer voller. Ich würde richtig Geld zahlen, wenn man Clowns wie "Superstar" Daniel Quakfrosch Kübelböck nur eine Woche in diese Tretmühle schicken würde (Probieren Sie's mal, Herr Stein!).

Steve Schuffert quält sich seit über einer Woche mit einer fiesen Erkältung. Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und auf die Frage "how are you" sagt er "I'm sick".
Neulich hab ich gelesen, dass Axl "Größenwahn" Rose von der Comictruppe Guns 'N Roses ein Konzert platzen ließ, weil er lieber ein Baseballspiel im TV sehen wollte. 16.000 Leute gingen wieder heim und hatten 80 Dollar bezahlt. Steve Schuffert spielt trotz Fieber und Schüttelfrost. Es könnten ja 45 Fans a 10 Euro enttäuscht sein.

The Steve Schuffert Band

Aspirin einwerfen, Strat umschnallen und die Leute erst mal mit einem netten kleinen Boogie an die Wand knallen. Klar ist, dass Steve mit seinen Fertigkeiten so ziemlich alle Gitarristen ins Fiebertrauma spielen kann. Es ist beinahe beängstigend, was er an kleinen und großen Kunststückchen drauf hat. Und trotzdem, er spielt den Boogie und nicht die Frickelarie Numero 983 aus dem Satriani'schen Dudelverzeichnis.

Das Konzert ist in 3 Sets aufgeteilt. Rock & Roll in seiner allerfeinsten Form. Songs, die einfach zünden, egal ob Boogie, Blues oder so genannter Roots Rock, es sind allesamt Ohrwürmer, Knaller, Rocker, Hits. In der derzeitigen Szene gibt es wenige, die solche Songs am laufenden Band schreiben können (Lance Keltner, an gleicher Stelle vor drei Wochen gesehen, ist ein solcher Kandidat). Ich meine übrigens nicht das sprichwörtliche Fließband, denn Steve's Songs sind unglaublich abwechslungsreich.

Im ersten Teil fiel mir eine leichte Unterforderung des Irrsinnsduos Matt Carmichael und Pete Tomarakos auf. Bei den ganz gradlinigen Nummern können sie einfach ihr Können nicht so offensichtlich zeigen. Passt man aber genauer auf, dann hört man, was Pete am Rhythmus-Bass vollbringt und wie Matt seine schier unendliche Power in die "einfachen" Stücke prügelt, dann weiß man, dass man es mit einer der besten Bands in der Liveszene zu tun hat. Einfach packend. Später, und natürlich bei den Soli, kommt die Größe dieser "Begleittruppe" noch viel besser zutage.

The Steve Schuffert Band

Zwei Coversongs gibt es, bei denen sich Steve etwas ausruhen kann. Back In The U.S.S.R. singt Pete und den Roadhouse Blues von Status Quo, sorry, von den DOORS, schreit Matt ins Mikro.

So long, so gut. Aber der Hit sind die neuen Songs. Schon wieder hat Steve Nummern am Start, die abgehen wie Michael Jackson, wenn er einen Affen sieht. Um es seriös zu sagen: Die neuen Nummern sind wieder absolute Treffer. Noch weiter weg vom herkömmlichen Bluesrock, hin zur Singer/Songwriter-Rocker-Ebene. Stellt Euch einfach einen Neil Young als feinen Sänger/Gitarristen und mit wirklich guter Band und in Rock & Roll-Laune vor.

Shuffle bei meinem Lieblingsrocker All I Need Tonight, Boogie bei meinem Lieblingsrocker One More Second Chance, "heavy" Rock mit unfassbarer Melodie bei meinem Lieblingsrocker Freight Train Love. KEIN Wunsch bleibt offen. Das ist so hochklassig, dass man sich wieder und wieder fragt, warum diese Band nicht vor 1.500 Leuten spielt.
The Steve Schuffert Band Ja, und dann macht Steve noch zwei akustische Nummern, die beweisen, dass nichts, aber auch gar nichts, in meinem Review zur neuen CD gelogen ist. Gitarrenschüler dieser Welt, versucht es erst gar nicht, The Wind Cries Mary jemals nachzuspielen! Es ist sooo schön und, trotz angeschlagener Stimme, stimmungsvoll, dass man heulen könnte.

Zwischendurch Pause, heißer Tee und dann geht es weiter. Volles Rohr Rock. Leute, ich spar mir die Worte. Geht hin und schaut es Euch selber an. Es ist grandios! Ihr werdet zwei oder drei Stunden bestes Rock-Entertainment - inklusive einer witzigen Ozzy-Parodie - erleben.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.02.2003

Bilder: Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 12.02.2003

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